●Erster Satz●
Der Tag, an dem ich starb, hat nicht wirklich Spaß gemacht.

Inhalt
Nichts hat sich die Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht als den Deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raimstation erschlagen wird.
Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben sehr viel mieses Karma gesammelt hat. Die Rechnung folgt prompt. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, mit sechs Beinen, Fühlern und einem wirklich dicken Po: Sie ist eine Ameise! Aber Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Was tun? Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärtsgeht!

Meine Meinung

Was passiert nach dem Tod? Diese Frage beschäftigt viele Menschen und David Safier hat mit Mieses Karma eine sehr unterhaltsame Antwort darauf gefunden.

Kim Lange wird an dem Abend, der der Höhepunkt ihrer Karriere werden sollte, von dem Waschbecken einer russischen Raumstation erschlagen und wegen ihres miesen Karmas als Ameise wiedergeboren.
Diesen Aspekt fand ich ganz amüsant und hätte mir deswegen ihr Leben als Ameise ein wenig ausführlicher gewünscht, als nur ein paar Seiten, bevor sie schon in das Leben eines anderen Tieres schlüpft.

Allerdings stellt sich die Frage, warum will Kim andauernd wiedergeboren werden? Ganz einfach: Sie will so weit in der Reinkarnationsleiter aufsteigen, bis sie wieder bei ihrer Familie leben kann. Trotzdem hatte ich mir gwünscht, dass sich das Buch auf die Wiedergeburten konzentriert und nicht auf Kim Langes Familienprobleme.
 
Die Handlung lief immer mehr darauf hinaus, dass Kim wieder zu ihrer Familie wollte und die Tierrollen, in die sie dafür geschlüpft ist, traten immer mehr in den Hintergrund. Das einzige Ziel, was Kim noch hatte, war ihren Ehemann und ihre Tochter wieder für sich zu gewinnen. Das zog das Buch manchmal ein wenig in die Länge.

Die Charaktere sind alle liebevoll gestaltet und auch glaubwürdig. Vor allem Lilly, Kims kleine Tochter, hatte ich sofort ins Herz geschlossen.
Aber auch Kim konnte man im Laufe des Buches lieb gewinnen. Ihre Entwicklung von der kalten und rücksichtslosen Moderatorn zur gefühlvollen, familienbewussten Kim hat Safier realistisch beschrieben.  Die wohl witzigste Begegnung ist die mit Buddah, der Kim immer wieder auf den Boden der Tatsachen bringt und ihr sehr bei ihrer Entwicklung hilft.

Der Humorfaktor, der das Buch unteranderem ausmachen sollte, traf nicht immer meinen Humor. Manche Witze und Situationen waren mir zu flach oder voraussehbar.

Im Allgemeinen ist Mieses Karma jedoch ein schönes Buch, um vom Alltag abzuschalten und zu schmunzeln, wenn sich die tollpatschige Kim Lange mal wieder als Ameise im Spinnennetz verfangen hat oder als Regenwurm vor Rasenmähern flüchtet.



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