Die Schraube in Cinders Fußgelenk war verrostet, der Schlitz zur Mulde zermalmt.


Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages niemand anders als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des Balls, auf den Cinder sich schmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh...



Ich liebe Märchen. Das war einer der Hauptgründe, warum ich mir Wie Monde so silbern gekauft habe.Noch mehr beeindruckt war ich dann, als sich herausstellte, dass es sich um eine Mischung aus Märchen und Dystopie handelt. Ich ging also mit großen Erwartungen an das Buch heran.

Allerdings wurden diese nicht erfüllt.
Die Aspekte, der eigentlichen Cinderella-Story fehlten mir fast voll und ganz. Das einzige, was übernommen wurde, waren die Familienverhältnisse (verstorbener Vater, Stiefmutter, Stiefschwestern) und der Ball. Der Rest wie die gute Fee, das Kennenlernen des Prinzen auf dem Ball, das Verlieren des Schuhs, die Suche des Prinzen, wurden alle nicht aufgegriffen. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass es nun eine exakte Nacherzählung der Aschenputtelgeschichte ist, aber das die wesentlichen Aspekte, in welcher Art auch immer, übernommen werden hatte ich mir schon gewünscht.

Wenn man davon absieht, dass die Geschichte an Cinderella angelehnt sein sollte, war die Handlung ganz gut gestaltet. Es war spannend und man konnte nicht über Langeweile klagen. Jedoch waren viele Ereignisse vorhersehbar, weshalb man manchmal einfach nur darauf gewartet hat, dass Cinder auch mal dahinter kommt.

Die Welt, die Meyer gestaltet hat, liegt weit in der Zunkunft. Der vierte Weltkrieg ist schon 126 Jahre her. Die Straßen werden nicht mehr von Autos befahren, sondern von Hovern, die keinen Kontakt mehr zum Asphalt haben. Neue Technologien verbinden die ganze Welt miteinander und sogar der Mond ist bevölkert.

Doch so fern diese Zukunft auch sein mag, Kranhkeiten, die wir heute kennen sind auch zu dieser Zeit noch aktuell und genauso schwer zu bekämpfen.
Die Blaue Pest ist ausgebrochen und rafft die Menschheit langsam dahin. Dieses Thema nimmt einen großen Teil der Geschichte ein und lässt die Cinderella-Story noch weiter in den Hintergrund rücken.
Ebenso sind die Charaktere fast nur damit beschäftigt, sich um die Blaue Pest zu kümmern. Sich über sie zu ärgern oder zu sorgen. Das nimmt dem Ganzen ein wenig die Vielfalt. Ich hätte Cinder gerne auch in anderen Situationen gesehen, wo sie sich auch mal um sich selbst kümmert, als immer nur um die Pest und was sie mit ihrer Familie anrichtet.

Hätte Meyer die Geschichte nicht auf der Aschenputtelgeschichte aufbauen wollen, hätte ich Wie Monde so silbern mehr als nur drei Herzen gegeben, denn das ist ihr leider nicht gelungen. Wer jedoch gerne Dystopien liest und sich mit Problemen der Zukunft auseinandersetzt, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Auf den zweiten Band Wie Blut so rot bin ich schon gespannt.




2 buchtastische Nachrichten

  1. Finde deinen Blog sehr angenehm, da ich mir schon überlegt hatte, das Buch zu kaufen (:
    Schöner Eintrag (:

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  2. Vielen Dank (: Es freut mich sehr, Feedback zu bekommen ^^

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥