Erster Satz
Blue Sargent wusste mittlerweile schon gar nicht mehr, wie oft ihr gesagt worden war, dass sie ihrer wahren Liebe den Tod bringen würde.

●Inhalt●
Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen - bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?

●Meine Meinung●

Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal ein Buch von Maggie Stiefvater in der Hand und wurde damals eher enttäuscht. Deshalb hat es mich dieses Mal etwas Überwindung gekostet noch einmal ein Buch von ihr zu kaufen, da mir ihr Schreibstil damals keinesfalls gefallen hat. Aber Wen der Rabe ruft hat mich überrascht und Frau Stiefvater konnte mich davon überzeugen, meine Meinung über sie zu ändern.

Blue ist ein nicht ganz normales Mädchen, denn sie kann die übersinnlichen Fähigkeiten anderer Leute verstärken. Sie lebt mit ihrer Mutter, die Wahrsagerin ist, und deren Freundinnen, die sich ebenfalls mit magischen Dingen beschäftigen, in einem Haus.
Alle diese Frauen habe ich sofort ins Herz geschlossen, weil diese verrückte Mischung aus den verschiedensten Charakteren meistens zu einem sehr sympathischen Chaos führt.

Eines nachts geht Blue mit Neeve, einer Freundin ihrer Mutter, die zu Besuch ist, auf den alten Friedhof, um die Seelen zu empfangen, die im kommenden Jahr sterben werden.
Dort lernt sie Gansey kennen - der erste Geist, den sie selber sehen kann, anstatt nur spüren.

Gansey geht auf die Anglionby Academy, eine der teuersten Schulen im Land. Und obwohl er so viel Geld hat, dass er sich damit alles kaufen könnte, was er will, benutzt er alles, was er von seinen Eltern bekommt dafür, um seine Suche nach dem walisischen König Glendower weiter voranzutreiben.
Nach einem schweren Unfall in seiner Kindheit ist Gansey besessen davon, diesen König zu finden und verbringt seine gesamte Freizeit damit, nach dieser Legende zu recherchieren und die Gegend zu erkunden.
Bei dieser Suche helfen ihm seine Freunde Adam, Ronan und Noah, die alle nicht unterschiedlicher sein können. Deshalb gestaltet sich die Suche für den Leser meist humorvoll, da einer von den Jungs meist einen coolen Spruch auf den Lippen hat.

Im Laufe der Geschichte kommt Blue mit dem lebenden Gansey in Berührung und die beiden freunden sich an. Das Buch konzentriert sich dann immer mehr auf die Suche nach Glendower, was aber nicht langweilig wird, denn die Geschichten um diesen König herum und die Magie, die anscheinend für uns alle spürbar, aber nicht sichtbar ist, sind alle sehr interessant und fesselnd.

Trotzdem gibt es zwei Punkte, die mich ein wenig gestört haben.
Die Fünf machen des öfteren Erfahrungen mit purer Magie und sehr unheimlichen Ereignissen, bei denen sich jeder normale Mensch fragen würde, wie das sein kann und wie er damit umgehen soll. Aber alle, die in dieser Geschichte vorkommen hinterfragen diese Dinge nicht. Sie haben weder Angst noch zeigen sie irgendwelche Gefühlsregungen, wenn sie eine Leiche finden oder plötzlich mit Bäumen sprechen. Alles scheint selbstverständlich.

Der zweite Punkt, der mich gestört hat war das Ende. Plötzlich ging alles ganz schnell, Ereignisse werden aneinandergereiht und dann bleibt auch noch alles offen, was mich ziemlich enttäuscht hat. Vor allem der letzte Satz hat mich neugierig gemacht und dennoch verwirrt. Man muss nun einfach wissen wie es weitergeht.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Wen der Rabe ruft ein gutes Buch ist, dass man stellenweise auch nicht aus der Hand legen kann. Die Geschichte um Glendower ist spannend und es macht Spaß mit Blue, Gansey und seinen Freunden nach ihm zu suchen.
Wenn die Charaktere ein paar mehr Gefühlsregungen zeigen würden, würde ich Wen der Rabe ruft auch noch ein paar mehr, als nur drei Bücherstapel geben, aber das offene Ende lässt wenigstens auf einen zweiten Teil hoffen.



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