Erster Satz
Es war einmal in einem fernen Land, da lebten ein tapferer König und eine wunderschöne Königin, die liebten einander so sehr, dass die Menschen - wohin sie auch kamen - alles stehen und liegen ließen, nur um sie vorbeischreiten zu sehen.

●Inhalt●
Was wäre, wenn die Charaktere in einem Buch ein Eigenleben hätten, solange die Buchdeckel geschlossen bleiben? Ein Eigenleben, das mit der Geschichte des Buchs gar nichts zu tun hat? Erst wenn das Buch wieder geöffnet wird, gehen die Figuren auf Position und spielen ihre Rolle für die Leser weiter. Und was wäre, wenn einer dieser Charaktere das Buch unbedingt verlassen wollte?
Besser noch: Wenn sich eine Leserin in ihn verlieben und beschließen würde, ihm zu helfen?

Eine Liebe, die Grenzen überwinden muss - das ist die Geschichte von Delilah, einem ganz normalen Mädchen, und Oliver, dem Held ihres Lieblingsbuchs. Die beiden verlieben sich ineinander: Doch wie können zwei unterschiedliche Welten jemals zueinanderfinden?

●Meine Meinung●

Delilah ist ein ganz normales 15-jähriges Mädchen, das sich dem normalen Alltag stellen muss. Doch am liebsten liest Delilah den ganzen Tag. Als sie dann in der Schulbücherei das Märchen Mein Herz zwischen den Zeilen ausleiht stellt sich ihr Leben auf den Kopf, denn plötzlich spricht ihr Lieblingscharkater Prinz Oliver mit ihr.

Oliver ist ein Märchenprinz, der, während das Buch aufgeschlagen ist, perfekt seine Rolle spielt. Doch, wenn das Märchen wieder geschlossen wird, hüpft Olliver aus seiner Prinzenrolle, lässt die Prinzessin Seraphima links liegen und spielt mit seinem Kumpel Frump dem Hund Schach am Strand. Und obwohl ihm die Geschichte die Freiheit lässt, selbst über seine Freizeit zu bestimmen, möchte Oliver die Welt kennen lernen, in der sich die Leser befinden, die vom Himmel zwischen den Buchstaben hindurchschauen, wenn sie das Märchen lesen.
Und in Delilah hat er zum ersten Mal jemanden gefunden, der ihn hören kann und vielleicht sogar das Zeug dazu hat, um ihm seinen Herzenswunsch zu erfüllen.

Die Liebe zwischen Oliver und Delilah finde ich seit langem mal wieder orignell und für jeden nachvollziehbar, der gerne liest, denn wer hat noch nie für eine Romanfigur geschwärmt?
Oliver sollte eigentlich Prinzessin Seraphima lieben, aber nachdem Delilah das Buch zum ersten Mal aufschlägt hat er nur noch Augen für sie.
Delilah schwärmt ebenso vom ersten Augenblick an für den hübschen Prinzen, der in der Geschichte alles daranlegt, um seine Prinzessin zu retten und so entwickelt sich erst eine zarte Liebe zwischen den Beiden, die mit jeder Seite stärker wird.

Dies liegt vor allem auch daran, dass Delilah vieles über sich ergehen lassen muss, weil niemand ihr glaubt, dass die Märchenfigur mit ihr spricht. Ihre Mutter sorgt sich um sie und schickt sie sogar zum Psychiater.
Ihre beste Freundin Jules fühlt sich von Delilah vernachlässigt und glaubt ihr ebenfalls nicht.
Somit steht Delilah vollkommen alleine da, hält aber immer zu Oliver.

Oliver versucht währenddessen immer die Geschichte auszutricksen, um sich aus dem Buch hinauszubefördern. Dabei nimmt er auch die Hilfe der anderen Figuren in Anspruch, die neben der Geschichte völlig andere Charaktere haben. So ist der Bösewicht Raspcullio überhaupt nicht böse, sondern ein schmetterlingfangender Maler. Auch die anderen Märchenfiguren sind liebevoll gestaltet und dafür, dass sie Nebencharaktere sind, schön ausgearbeitet, sodass man Spaß daran hat, neben dem Märchen etwas von ihnen zu lesen und herauszufinden, was ihr wahres Wesen ausmacht.

Mit Oliver und Delilah wird es auf keiner einzigen Seite langweilig, weil sie immer wieder neue verrückte Ideen ausprobieren, um Olli zu befreien.
Das einzige, was mir manchmal gefehlt hat waren ein paar realistisch greifbare Punkte in Delilahs Leben. Dass man zum Beispiel ein wenig mehr über ihr sonstiges Leben erfährt. Dass sie Kontakt mit ihrem Vater aufnimmt oder dass man mehr von ihrer Außenwelt mitbekommt.
Das war der einzige Punkt, der mich ein bisschen an der Geschichte gestört hat.

Im Allgemeinen ist das Buch in drei Sichtweisen geteilt. Wir sehen die Geschichte aus Delilahs Sicht, aus Ollivers und dann springt immer das Märchen dazwischen, in dem das richtige Märchen Mein Herz zwischen den Zeilen erzählt wird. Jede dieser Sichten ist in unterschiedlichen Farben gestaltet. Delilahs Abschnitte sind violett, Olivers blau und das Märchen schwarz.
Eine süße Ergänzung finde ich, sind die kleinen Illustrationen in den Texten von Delilah und Oliver, die das Erzählte noch unterstreichen. Das Märchen wird sogar mit richtigen Märchenbuchbilder gestützt, was das ganze Buch zu etwas Zauberhaftem macht.

Jeder, der Märchen mag und sich nicht zu alt fühlt, um einen Prinzen aus seinem Märchen zu retten, der sollte Mein Herz zwischen den Zeilen lesen.




2 buchtastische Nachrichten

  1. Nein, wie wunderschön :D Die Geschichte hört sich wahnsinnig toll an, das werde ich mir ganz sicher anschauen ♥

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  2. Klingt wundervoll! Kommt gerade auf meine Wunschliste. (:

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥