●Erster Satz●
Zuerst die Farben.

●Inhalt●
Liesel und ihr kleiner Bruder Werner sind auf dem Weg nach Molching bei München, wo sie Pflegeeltern übergeben werden sollen. Doch Werner kommt dort niemals an. 
Ein heftiger Hustenanfall.
Ein letzter Atemzug.
Und dann - nichts mehr.
Werner findet sein Grab im Schnee, Liesel findet im Schnee ihr erstes Buch. Mit dem Handbuch für Totengräber und der Hilfe ihres Pflegevaters Hans Hubermann lernt Liesel lesen - und fortan stiehlt sie Bücher. Von der Straße, aus den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Liesel stiehlt, was Glück und Hoffnung schenkt in dunklen Tagen. Und sie teilt ihre Schätze: mit den Nachbarn im Bunker, als die Bomben auf München fallen, und ihrem besten Freund Rudi, dem Fußballer mit dem zitronengelben Haar. Doch dies sind gefährliche Zeiten. Und als die Hubermanns einen jüdischen Faustkämpfer im Keller verstecken, ist der Tod Liesel näher als je zuvor.

●Meine Meinung●
Von dem Buch Die Bücherdiebin habe ich das erste Mal erfahren, als ich das riesengroße Filmplakat an unserem Cinemaxx sah. Liesel sah zu mir herab und klammerte ein Buch an ihre Brust, während hinter ihr die Nationalsozialisten Bücher verbrannten. Sofort ging mir durch den Kopf Wenn es dazu ein Buch gibt, dann muss ich es lesen. Und genau das habe ich getan, nachdem mir der Osterhase dieses tolle Buch, von dem ich wohl einmal zu oft geschwärmt habe, zu Ostern gebracht hat.

Die Geschichte von Liesel wird von dem Tod persönlich erzählt. Das klingt im ersten Augenblick merkwürdig, aber wer wäre in einer Zeit, in der der Tod überall gegenwärtig ist und täglich bis zu 15.ooo Seelen holen muss, besser geeignet? Er sah alles. Jedes Leid, in jedem Land und jede Geschichte.
Doch der Tod hat eine Schwäche für Liesel, weshalb er oft bei ihr vorbeischaut. Sei es aus Neugier oder weil er jemanden aus der Himmelstraße, wo Liesel bei ihren Pflegeeltern wohnt, abholen muss.
Dass der Tod als Erzähler eingesetzt wird, fand ich eine fantastische Idee, die von Seite zu Seite immer besser wurde. Er wurde durch seine Erzählweise sehr sympatisch und vor allem menschlich. Der Tod kam mir fast schon vor wie ein ganz normaler Mann, der einfach eine besondere Aufgabe hat.
Und während des Zweiten Weltkrieges hatte er viel zu tun.

Der nächste Punkt, der Die Bücherdiebin zu etwas Besonderem macht, ist, dass die Geschichte nicht aus der Perspektive eines Juden erzählt wird oder von jemanden, der sich versteckt oder einer Person, die Einfluss im Dritten Reich hat.
Nein, es geht um eine ganz normale deutsche Familie. Sie haben nichts Herausragendes getan.
Noch nicht.
Die Familie besteht aus Rosa Hubermann und Hans Hubermann. Früher gehörten noch Trudi und Hans junior dazu, aber von denen habe ich nicht viel wahrgenommen, da sie schon ausgezogen sind und ihren eigenen Weg gehen. Die eine als Haushaltshilfe, der andere als Soldat bei Stalingrad.
Und dann kommt noch Liesel dazu. Sie baut eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Pflegevater Hans Hubermann auf, der ihr auch später das Lesen beibringt.
Ich als Papakind finde sowas immer sehr berührend und hatte oft Tränen in den Augen, weil ich so berührt war. Zusak hat diese Vater-Tochter-Beziehung nicht kitschig oder klischeehaft beschrieben, sondern sehr realistisch und vor allem nachvollziehbar.

Hans Hubermann löst im Laufe der Geschichte ein Versprechen ein und versteckt dann einen Juden in seinem Keller, was in der NS-Zeit entweder mit dem Tod, dem Aufenthalt in einem Konzentrationslager oder dem Dienst an einer aussichtslosen Front bestraft wird.
Es gab also viel zu verlieren.
Natürlich gab es einige Ereignisse, in denen es brenzlig wurde. Zusak hat dies alles sehr spannend beschrieben und meistens hielt man selbst den Atem an.

Die Bücher, die Liesel stiehlt gehören nicht unbedingt zu der Lektüre, die ein Mädchen in ihrem Alter lesen sollte und doch passen sie immer zur Geschichte. Liesel liebt die Bücher so sehr, dass sie ihr Hoffnung schenken und ich, als jemand, der sehr viel liest kann es vollkommen verstehen.

Die anderen Charaktere im Buch sind auch alle sehr liebevoll beschrieben und ihre Geschichten und Persönlichkeiten sind für Nebencharaktere sehr gut ausgebaut. Vor allem Rudi, Liesels bester Freund, gefiel mir gut. Ein richtig frecher Bengel, der es faustig hinter den Ohren hat.
Nachdem Rudi einen schwarzen Mann für sein Idol auserkoren hat, hatte er es endgültig in mein Herz geschafft.

Aber über all dem hängt dieser dunkle Schatten namens Adolf Hitler. Er taucht in dem Buch nie persönlich auf, aber durch die Erzählweise von Zusak wirkt er immer allgegenwärtig. Es ist bedrückend und man spürt allein durch die Worte des Autors die Macht Hitlers. Es war beängstigend.

Die Bücherdiebin ist ein tolles Buch, obwohl ich es erst ab 16 empfehlen würde. Man sollte die NS-Zeit erst in der Schule einmal durchgenommen haben, bevor man sich an dieses Buch wagt, damit man die Hintergründe auch versteht, denn es wird nicht viel erklärt. Das Wissen wird vorausgesetzt, was ich vollkommen in Ordnung finde. Es ist schließlich kein Lehrbuch.
Und doch lernt man etwas über Worte und ihre Macht.



4 buchtastische Nachrichten

  1. Tolle Rezi! Ich mochte das Buch so so sehr! :) Ich hab sogar bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb über dieses Buch geschrieben ;) Haha

    GlG <3

    Dein Header ist übrigens total cool! Bleibe als Leserin :)

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    1. Vielen Dank! (:
      Interessant! Was war die Aufgabe des Wettbewerbs? (:

      Danke, das freut mich! Fühl' dich gedrückt :D

      Liebe Grüße
      Ellen

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  2. Oh, danke, danke ♥ Ich will das Buch seit Ewigkeiten lesen, war mir aber nie sicher. Jetzt werde ich es mir auf jeden Fall holen, lieben Dank :)

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    1. Bitteschön :D Es freut mich sehr, dass ich dir helfen konnte ^^ <3

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥