"Alles an der Akademie roch nach Geld, Macht und Snobismus. Von den efeubewachsenen Steingebäuden über die perfekt gepflegten Grasvierecke bis zum Speisesaal, der eher an ein Fünf-Sterne-Restaurant erinnerte als an eine Schulcafeteria. Ja, von außen gesehen wirkte die Akademie exakt wie der Ort, an den reiche Leute ihre verzogenen Treuhandfond-Kinder schicken würden, um sie auf Yale, Harvard, Duke oder ein anderes, angemessen teures College vorzubereiten.
Von innen sah es ganz anders aus."
[S.15]

"Ich kenne dein Geheimnis."

Die 17-jährige Gwen Frost besucht die Mythos Academy, ein Internat für die Nachfahren von Helden der Antike. Hier lernen Walküren, Spartaner und Wikinger, wie sie die Menschheit vor dunklen Gefahren schützen können. 
Auch Gwen hat eine besondere Begabung, doch die macht sie zur Außenseiterin: Weil sie durch die Berührung einer Person oder eines Gegenstandes alles über ihn erfährt, zieht sich Gwen von allen anderen zurück. Als allerdings das beliebteste Mädchen der Schule ermordet wird und Gwen die Tat aus nächster Nähe miterlebt, muss sie sich mit dem faszinierenden Spartaner Logan verbünden, um die Tat aufzuklären. Sie erkennt, dass an der Mythos Academy jeder ein eigenes Geheimnis hat, und ihnen allen viel größere Gefahr droht als sie ahnen können...

Mythologie - es gibt ja kaum ein anderes Thema, das mich so sehr interessiert. Deswegen war es gar nicht vermeidbar, dass ich mir dieses Buch kaufe. Schon der Klappentext hat mich neugierig gemacht, denn in Frostkuss geht es nicht nur um die sonst so beliebte Griechische Mytholigie, sondern zum Beispiel auch um die Nordische, was wirklich sehr interessant war.

Der Anfang der Geschichte reißt einen sofort mit, da man gleich ins Geschehen geworfen wird. Die sonst so ellenlange Vorgeschichte, wie die Hauptfigur ihr Fähigkeiten entdeckt wurde weggelassen und der spannende Teil beginnt damit schon auf den ersten Seiten.
Die Erzählweise von Estep hat mich nicht mehr von den Buchseiten aufschauen lassen, da sie zwar viel erklärt, aber es schafft, dies auf eine wunderbare und interessante wie auch informative Weise zu tun.

Gwen Frost, die Protagonistin, besucht die Mythos Academy. Jeder Fantasy-Fan würde sich wohl einen Arm ausreißen, um so eine mythische Schule besuchen zu dürfen. Auch wenn Gwen ein Comicfreak ist und sich gerne in die Welt von Superhelden flüchtet, hasst sie Mythos und würde am liebsten in ihr altes Leben zurückkehren. Leider lässt sie das die ganze Zeit in ihren Gedanken verlauten, so dass wir ein wenig zu oft lesen, dass sie keine Lust auf die Schule hat und darüber meckert, dass sie keine Freunde hat. Aber wenn ich die ganze Zeit mit einem Sprecht-Mich-Ja-Nicht-An-Gesicht über das Schulgelände gehe, muss ich mich nicht wundern, dass ich keine Freunde habe. Außerdem bemüht sie sich nicht, sich einzugliedern. 
Der letzte Punkt, der mich an Gwen stört ist, dass sie zwar eine magische Gabe hat, aber nicht an Magie und die Götter glaubt. Das finde ich eher unlogisch und zum Glück ändert sich das noch im Laufe des Buchs. 
Ansonsten mag ich Gwens Charakter, da sie direkt und ein wenig frech ist. Sie sagt eben was sie denkt. 

Gwen arbeitet in der Bibliothek der Altertümer und bekommt dort eines abends einen Mord mit. Sie fängt an in diesem Mord zu ermitteln. Die Ermittlungen und Spurensuche fand ich sehr spannend und ich wusste auch bis zum Ende nicht, wer der Mörder war oder wie sich dieser doch eher mythische Mord zugetragen hat. Die Auflösung war damit umso verblüffender.

Die Mythos-Schüler, die man im Laufe der Ermittlungen kennen lernt, scheinen alle nur ein Interesse zu haben und das sind Partnerschaften, Alkohol, Party und Sex. Wenn solche Szenen oder solche Personen manchmal vorkommen, wirkt es realistisch, aber wenn jeder Schüler dort nur diese Interessen hat, dann fängt es doch eher an zu nerven. Und genau das war der Fall.
Dadurch wirken sie alle gleich, egal ob sie Walküren, Amazonen oder andere Wesen sind - und das ist doch ziemlich schade, da es so viel Spielraum gibt. 

Trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Der Schreibstil war toll und die Spannung ging für mich auf keiner Seite verloren. Die Gabe von Gwen lässt Frostkuss schon fast zu einem magischen Krimi werden von dem ich gerne noch mehr Seiten gelesen hätte. Daher freue ich mich jetzt schon auf den zweiten Teil Frostfluch.


"Vielleicht lag es ja an meiner Gypsygabe, aber ich hatte das Gefühl, damit meiner Bestimmung zu folgen. Ich sollte das herausfinden. Ich musste es herausfinden. Und vielleicht konnte ich bei dieser Suche auch etwas über mich selbst erfahren."
[S. 149]



2 buchtastische Nachrichten

  1. Hallöchen,
    ich habe schon viel über diese Buchreihe gelesen, aber irgendwie konnte es mich noch nie so wirklich überzeugen. Deine schöne Rezi allerdings hat mich jetzt dich neugierig auf mehr gemacht. Vielleicht werde ich da doch einmal rein lesen :)

    Lg
    Levenya

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    1. Danke für das Kompliment (:
      Ich würde es dir echt empfehlen, denn probieren geht über studieren ^^ ;)

      Liebste Grüße

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥