"Auch durch die Pflanzen pulsierte hier und da Lirium; die Zweige einer alten Weide wurden nicht etwa vom Wind bewegt, sondern von der Magie der Erde. Die Lichter von Schmetterlingen, Libellen und Käfern glitzerten wie Sternenstaub bis in die Ferne."
[S. 277]

Drei Meilen westlich von Har'punaptra, der Hauptstadt der Zwerge und des Handels, trafen sich Sturmjäger und Trollhändler zu einem nicht ganz legalen Geschäft in den Gebirgen der Wüste.

In Aradon, wo das Land lebendig ist, sind die Völker seit jeher von Magiern abhängig. Denn nur die Magierschaft hat die Macht, Feenlichter zu schaffen, geheimnisvolle Armulette, die Lebensenergie anziehen und Schutz vor wandelnden Bergen, lebendigen Wälder und fressenden Wüsten bieten. Doch die Herrschaft der Magier scheint bedroht, als vier Dämonen das Land angreifen.
Um sie aufzuhalten, machen sich die junge Sturmjägerin Hel und ihre Gefährten zu einer gefährlichen Reise auf. Hel ist überzeugt, Aradon vor dem Untergang zu bewahren - bis sie dem ersten Dämon gegenübersteht. Es ist Mercurin, der rätselhafte Fremde, der ihr einst das Leben rettete.

Die Sturmjäger von Aradon / Feenlicht ist das erste Buch, das ich bei einem Let's Read gelesen habe. (Hier mehr dazu) Da ich jeden Tag nur drei Kapitel gelesen habe und mich dann mit denen bei einem Update auseinandersetzen musste, habe ich mich diesem Buch vielleicht kritischer zugewandt als anderen. 

Die Geschichte, die der Klappentext verspricht klingt nach einem spannenden Abenteuer, das uns wieder durch eine wundervolle, magische Welt von Jenny-Mai Nuyen führt. Leider wurde ich etwas enttäuscht. 
Der Anfang versprach ziemlich viel, da mich die Welt der Sturmjäger mitriß und ich wollte am liebsten noch fünzig Seiten mit Hel auf dem Luftschiff, der Schwalbe, reisen und mehr über die Besatzung erfahren.

Nach einem schweren Unglück wird unsere Protagonistin Hel von Mercurin gerettet, der viele Geheimnisse hat. Er ist einer der vielen Personen in dem Buch, deren Charakter und Aussehen nur kurz angeschnitten werden. Ich kann daher kaum zu einer Figur wirklich etwas sagen, da sie alle kaum ausgearbeitet sind. Mir erschien es so, als wäre Nuyen wichtiger die Welt, in der Hel und ihre Gefährten leben, zu beschreiben. 

Das Lebendige Land ist eine tolle Idee, die leider nicht genügend erklärt wurde. Man wurde einfach in diese magische Gegend hineingeworfen und musste sich selbst zusammenreimen wie das nun alles funktionieren soll. 
Und ebenso wie das Lebendige Land gibt es noch andere tolle Aspekte wie Aradon, wo die Magier ausgebildet werden, die Inseln der Isen oder Hellesdîm, die Stadt im Alten Reich, die immer nur angeschnitten wurden, aber nie wirklich ausgeführt, sodass man sich nichts darunter vorstellen konnte.

Die Reise, die die Gefährten unternehmen, um den Dämon zu finden, der eine Schneise der Verwüstung durch das Land zieht, fand nie wirklich ihren Höhepunkt. Viel mehr fragte ich mich die ganze Zeit Wann passiert denn etwas?. Nach einem Zwischenfall mit dem Dämon kehren sie dann einfach nach tagelanger und auch beschwerlicher Reise wieder um. Das gab dem ganzen erst recht den Beigeschmack, das die Reise eher sinnfrei ist und Nuyen einfach nur ihre magische Welt zeigen wollte. 

Der Schreibstil von Nuyen hat sich seit Nijura stark weiterentwickelt. Ihre malerische Sprache macht es einem leicht sich Dinge vorzustellen. Leider setzt sie diese nicht immer an den richtigen Stellen ein. Sie beschreibt unwichtige Dinge zu viel und wichtige Angelegenheiten nur kurz und knapp.
Daher fehlen einfach viele wichtige Dialoge und Erklärungen, die das Buch spannender machen würden.

Ich wurde also arg enttäuscht von diesem Buch, obwohl es viel Potenzial hat, das leider nicht ausgeschöpft wurde. Es gibt viele kleine Details wie die Eiligen Federn oder Tix, der Pixie, die das Buch für mich zumindest ein wenig spannender und magischer machten. Aber ich muss leider zugeben, dass ich mich oft zwingen musste, es wieder aufzuschlagen. Daher kann ich Feenlicht nur zwei Herzblumen geben.

"Und für die meisten von uns ist das Leben nichts als der Moment im Jetzt und die ferne Sicht auf vergangene Momente, verstreut wie Inseln im Meer der Zeit. Wenn du weißt, was jenseits der Momente liegt, aus denen dein Leben besteht, dann weißt du auch, was hinter den Grenzen der Welt liegt."
[S.425]


2 buchtastische Nachrichten

  1. Du hast unten bei "Allgemein" noch dein altes Bewertungssystem erklärt (:

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    1. Das stimmt. Aber die Bewertung bleibt die gleiche. Nur die Symbole sind anders. Aber das ändere ich noch :)

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥