"Willkommen im Cybernetz.
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[S.60]


Die Erde bebte bei jedem Schritt, den die schuppige Kreatur tat.


London 2038: Das Cybernetz ist der größte Freizeitspaß, besonders unter Jugendlichen. Egal, ob man als Avatar in sozialen Netzwerken neue Leute treffen oder in interaktiven Rollenspielen virtuelle Abenteuer erleben möchte, die schöne neue Technikwelt bietet Unterhaltung für jeden Geschmack. Auch Jemma, Jamie und Zack verbringen dort jede Menge Zeit mit ihren Freunden.
Doch plötzlich fallen drei Jungen während ihres Aufenthalts in der virtuellen Welt ins Koma. Ihre Körper sind unversehrt, doch ihr Bewusstsein ist in der CyberWorld verschwunden. Wer oder was steckt dahinter?
Jemma, Jamie und Zack suchen nach Antworten – und kommen dabei dem Mind Ripper gefährlich nahe…


Erstmal muss ich mich bei Nadine Erdmann bedanken, die mir ihr Buch Mind Ripper zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat. Ich war doch sehr überrascht, als sie mir anbot ihren Cybergame-Thriller zu lesen, da ich dieses Genre bisher noch gar nicht kannte. Aber ich bin ja gewillt neues auszuprobieren und genau deshalb habe ich zugesagt und mich riesig gefreut, als ich das Buch vor mir hatte und anfangen konnte zu lesen.

Man wird gleich zu Beginn der Geschichte ins Geschehen geworfen und erlebt hautnah mit, wie es ist, in der Cyberworld zu spielen. 2038 ist die Technik schon so weit ausgereift, dass wir Menschen nicht mehr vor einem Bildschirm sitzen oder eine Brille tragen müssen, damit die Figuren echt aussehen. Nein, wir setzen uns CyberSpecs auf und tauchen mit unserem ganzen Bewusstsein ins Spiel ab. Unsere Körper bleiben in der realen Welt und wirken so, als würden sie schlafen.
Man erlebt das Spiel also so, als ob es Wirklichkeit wäre. Und mal ehrlich: Wer von uns hat nicht dieses eine Computerspiel, das er selbst gerne hautnah erleben wollen würde?

Die Idee mit dem Cybernetz finde ich also klasse und es hat nicht nur die Möglichkeit, sich zum Spielen zu verabreden. Man kann auch Leute aus aller Welt in einem C-Club treffen, die sozusagen ein Real-Life-Chatten möglich machen.
Das ganze hat mich so fasziniert, dass ich mir gewünscht habe, einen kurzen Ausflug ins Jahr 2038 zu machen.

Diese Freude wurde aber gedämpft, als die Geschichte zu dem Punkt kam, als die drei Jungen ins Koma fielen. Das zeigte mir, wie verletzlich wir Menschen durch die Technik geworden sind und das sie uns meist mehr kontrolliert als wir sie. Ein toller Aspekt, den Nadine Erdmann hier eingebaut hat, der zum Nachdenken anregt.
Aber als unsere drei Hauptpersonen Jemma, Jamie und Zack in das noch nicht veröffentlichte Spiel Mind Ripper abtauchen wollte ich keinesfalls mehr in eines der CyberGames abtauchen und bin sehr froh darüber, dass uns und die Spielwelt doch noch die Scheibe des Bildschirms trennt. Denn dieses Spiel hat mir eine Gänsehaut bereitet. Es gab so viele gespenstische Szenen, bei denen es mir eiskalt den Rücken herunterlief.

Dafür haben mich die Charaktere zum Schmunzeln gebracht. Vor allem Jemma war mir sehr sympathisch. Ihr Bruder Jamie ist homosexuell. Er wurde durch einen Unfall schwer verletzt und hat nun Probleme mit der Wirbelsäule. Dadurch war er ein sehr interessanter Charakter, der aus dem sonst so gebräuchlichen Mary-Sue-Raster fällt.
Sein Freund Zack hingegen kam mir manchmal ein wenig überzogen vor. Er war mir ein wenig zu oft eifersüchtig und das auch noch ohne Grund.
Einer meiner liebsten Nebenfiguren war Max. Die Roboterhaushilfe von Jemma und Jamie. Er war sehr nett und kommt mir wie ein treuer Wegbegleiter vor.

Die Geschichte, die nun unsere Protagonisten mit dem Cybernetz verbunden hat war sehr spannend, weshalb ich das Buch auch kaum aus der Hand legen konnte.
Alledings hätte ich mir noch mehr Szenen im Spiel gewünscht, da mich das einfach am meisten fasziniert hat.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass das Buch Mind Ripper auf jeden Fall lesenwert ist und das nicht nur für Thriller-Fans. Jeder der gerne Dystopien, Fantasy oder Liebesromane liest wird sich ebenso wohlfühlen mit Meind Ripper und daher kann ich es nur empfehlen.




1. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Ich hab mir eigentlich schon immer Geschichten ausgedacht. Meistens vor dem Einschlafen. :o) Als Kind waren es Geschichten zu Büchern, die ich gelesen hatte. Wenn ich Figuren liebgewonnen hatte, fand ich es oft richtig doof, dass eine Geschichte vorüber war, also hab ich mir einfach Fortsetzungen ausgedacht. Später hab ich mir dann irgendwann auch eigene Geschichten überlegt, aber erst während meines Studiums hab ich angefangen, sie auch aufzuschreiben.

2. Was machst Du, wenn Du gerade nicht an deinen Geschichten schreibst?
Lesen. :o) Und ich bin ein ziemlicher Serienjunkie. Außerdem treffe ich mich gern mit Freunden und Familie und schreibe viele Emails an diejenigen meiner Lieben, die leider nicht in meiner Nähe wohnen.

3. Welche Bücher sind in Deinem Bücherregal zu finden? 
Das sind ehrlich gesagt ein bisschen viele, um sie hier alle aufzuzählen. :o)
In der Regel geraten mir meistens Jugendbücher in die Finger. Weil ich beim Schreiben auch in diesem Genre unterwegs bin, bin ich oft neugierig, was und wie andere Autoren in diesem Bereich arbeiten. In letzter Zeit hab ich Klassenziel von T.A. Wegberg, Lockwood & Co. – The Screaming Staircase von Jonathan Stroud, Lost Places von Johannes Groschupf und The Vanishing Game von Kate Kay Myers gelesen. Die fand ich alle ziemlich gut. Außerdem mag ich die Bücher von Cassandra Clare und zuletzt hab ich jetzt Maggie Stiefvaters Raven Cycle entdeckt und die ersten beiden Teile gefallen mir sehr gut.

4. Da sich das Buch sehr mit Cybergames befasst, zu denen man vielleicht heute Computerspiele oder Online-Role-Play-Game sagen würde, würde mich interessieren, ob Du auch gerne solche Sachen spielst? Wenn ja, was spielst Du davon am liebsten?
Ich hab vor einigen Jahren mal World of Warcraft gespielt und mich letztes Jahr an Guild Wars 2 versucht, aber ich muss gestehen, dass ich ziemlich talentfrei bin, was das Steuern von virtuellen Püppchen angeht, und irgendwie fehlt mir die Geduld, mich mit Talentpunkten, Rüstungswerten und solchen Dingen auseinanderzusetzen, daher reizen die Spiele mich in der heutigen Form eher nicht so sehr. Die Cybergames aus Mind Ripper wären aber genau mein Ding. Selbst das Schwert in der Hand zu halten und loszuziehen, um Rätsel und Geheimnisse zu lösen, da wäre ich sofort dabei. :o)

5. Wie kam es, dass Du ohne Verlag dein Buch veröffentlicht hast? 
Ich habe versucht, für mein Buch einen Verlag zu finden, doch leider bekam ich bisher immer die Rückmeldung, dass der Mind Ripper nicht in die Programme der Verlage passen würde. Also habe ich mich gemeinsam mit meiner Agentur dazu entschlossen, die Geschichte erst mal selbst zu veröffentlichen, um herauszufinden, wie das Interesse der Leser aussieht. Denn, wer weiß? Vielleicht ändert ein Verlag ja seine Meinung noch, wenn der Mind Ripper genug positives Feedback bekommt. ;o)

6. Was hat Dich zu der Geschichte des Mind Rippers inspiriert? 
Es waren schon Computerspiele wie World of Warcraft, Guild Wars oder The Elder Scrolls. Mein Mann spielt die mit seinen Freunden und ich kann die Faszination, die davon ausgeht, durchaus verstehen. Die Idee, dass man in eine fremde Welt eintaucht und dort gemeinsam mit anderen Abenteuer besteht und Geheimnisse löst, finde ich cool. Ich mag halt nur die Umsetzung nicht so besonders. Also hab ich mir für Mind Ripper eine andere überlegt, nämlich die Cyberwelt, in der man diese Abenteuer eben als Avatar hautnah selbst erleben kann.

7. Gibt es Figuren im Mind Ripper, die an die Wirklichkeit angelehnt sind? 
Nein, meine Figuren sind völlig frei erfunden.

8. Wie ich es verstanden habe, ist Mind Ripper der erste Teil einer Reihe. Darf man erfahren, ob Du schon an einem weiteren Teil schreibst und was uns dort erwarten wird?
Ja. Im Moment arbeite ich am zweiten Band der FatefulFuture-Reihe. Insgesamt geplant sind vier Teile, von denen jeder – genau wie Mind Ripper – in sich abgeschlossen sein wird, das heißt jedes „Ereignis“ wird am Ende aufgeklärt, die Auswirkungen und Folgen auf die Figuren werden aber in den nachfolgenden Bänden wieder aufgegriffen.
Zu Teil 2 etwas zu verraten, ohne aus Teil 1 zu spoilern, ist ehrlich gesagt ein bisschen schwierig, deshalb wird es jetzt vielleicht ein bisschen kryptisch. ;o) Also, die Auflösung im Mind Ripper wird weitergesponnen und verschiedene Figuren müssen sich mit den Konsequenzen, die sich daraus ergeben, auseinandersetzen. Das heißt, es gibt auch in Teil 2 wieder jede Menge Chaos und Kämpfe an ganz unterschiedlichen (Gefühls)Fronten. Außerdem passiert auch noch ein dramatischer Zwischenfall, bei dem die fünf helfen wollen, und dabei spielt ein neues Cybergame eine nicht ganz unwesentliche Rolle.

Für das Interview möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Nadine Erdmann bedanken (: