"Spannung lag in der Luft. Als wäre irgendwo eine unsichtbare Grenze markiert worden und ich hätte sie überschritten. Ich spürte, wie Dutzende Augen auf mich gerichtet waren. Aus ihren Blicken sprach Misstrauen und etwas noch viel, viel Schlimmeres.
Angst."
[S. 144]

Ich blickte auf den Stapel Kartons in meinem neuen Zimmer und wünschte mir, das Internet würde schon funktionieren.

Als die siebzehnjährige Katy Swartz vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um "neue Freunde" zu finden. Und lernt so den atemberaubenden gutaussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal  bereits verändert hat...

Wie ihr vielleicht wisst, war Obsidian - Schattendunkel eines meiner Must Haves für April und deswegen habe ich mich riesig darauf gefreut, es zu lesen. 
Am Anfang war ich jedoch ein wenig enttäuscht. Es passierte alles viel zu schnell und manchmal waren die Handlungen meiner Meinung nach auch unlogisch. Wer lädt seine neue Nachbarin zu Waldspaziergängen ein und mault sie bei jeder Gelegenheit an? Das war manchmal ein wenig nervig. 
Es kam mir also so vor, als ob die Autorin Katy und Daemon unbedingt immer zusammen bringen wollte, aber nicht richtig wusste wie. Erst im Laufe der Geschichte, machte es mehr Sinn, dass sie Zeit miteinander verbringen.

Die Streitigkeiten und kleinen neckischen Dialoge zwischen Katy und Daemon fand ich anfangs auch sehr aufgesetzt und unglaubwürig. Wer verhält sich bitte so? Außerdem wirkte es gestellt und unlogisch an manchen Stellen. 
Dann wiederum mochte Daemon Katy plötzlich und dann wieder nicht. Es war doch ein sehr kindisches Hin und Her, was mich auch mal die Augen rollen ließ. 
Letztendlich wendete es sich aber dahingehend, dass die beißenden Dialoge passend waren und man sogar über sie lachen konnte. 

Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, wofür aber die Autorin und die Geschichte nichts können, ist die Grammtik und die Übersetzung des Buches. Ein Satz hat mich ganz besonders aufgeregt: "Im Tiefschlaf sah sie eher aus wie eine Porzellanpuppe als wie eine lebendige Person." [S. 129] Als wie?! Jeder Deutschlehrer würde sich die flache Hand gegen die Stirn hauen. 
Direkt auf der Seite danach fehlt dann der Abschluss der wörtlichen Rede. Über diese beiden Kleinigkeiten schaue ich aber hinweg, weil Armentrout nichts dafür kann. 

Der letzte Aspekt, der mir nicht gefallen hat, war die Einbindung der Buchbloggerin in die Geschichte. Natürlich konnte dieses Wort im Klappentext uns Buchblogger locken und wir haben uns mit Katy vielleicht noch mehr verbunden gefühlt als mit anderen Charakteren. Leider sah ich nicht wirklich einen Sinn für die Geschichte in Katys Hobby. Was hat das Buchbloggen mit der Geschichte zu tun? Es wird hier und da mal erwähnt, aber einen richtigen Nutzen hatte es im ersten Band nicht.
Erst hatte ich vermutet, dass es vielleicht eine Verbindung zu ihrem verstorbenen Vater darstellt, aber da lag ich falsch, denn das ist das Gärtnern. Vielleicht kommt das Bloggen in den nächsten Bänden noch ein wenig mehr zum Tragen.

Aber nun habe ich genug gemeckert. Kommen wir zu den positiven Dingen, denn davon gibt es auch mehr als genug. 
Vor allem die Charaktere haben es mir angetan und bei denen vor allem Dee. Ich liebe ihre Art und die Ausstrahlung die sie hat, wenn sie in einer Szene auftaucht. Ich hatte oft Mitleid mit ihr, weil sie Angst hatte ihre neugewonne Freundin Katy wieder zu verlieren. 
Selbst die Nebencharaktere wie Lesa und Carissa waren liebevoll gestaltet und ich freue mich schon darauf, sie in den nächsten Bänden wiederzusehen. 

Das Geheimnis, dass Dee und auch ihr Bruder Daemon mit sich tragen, ist sehr orignell und weicht endlich ab von diesen ganzen Untoten, die ihre Liebste nicht beißen wollen. 
Armentrout hat damit ein neues Thema angeschnitten und macht die Geschichte damit richtig spannend. 

Spannung war sowie das A und O der gesamten Story. Dadurch, dass in den ersten 2oo Seiten immer nur kleine Bruchstücke und Vermutungen gestreut wurden, die nie genau erklärt wurden, war das Buch ein Pageturner, da man immer wissen musste wie es weitergeht. Nach der Aufklärung des Geheimnisses wurde es dann daurch immer spannender!

Ich bin sehr gespannt auf Onyx, den zweiten Teil der Reihe, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.


2 buchtastische Nachrichten

  1. Will ich ♥♥♥ Kommt sofort auf meine Wunschliste :) Danke für die tolle Rezension!

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥