Die Kamera richtete sich mit ihrem kaum hörbaren Sirren genau auf das Gesicht des Jungen. Er wusste es noch nicht, aber sie würde ihn die nächsten sechzehn Stunden nicht mehr aus den Augen lassen. Sie würde alles aufzeichnen, was sein schlimmster Albtraum werden würde.
[S.8]

Das leise Sirren war kaum hörbar, als sich die Kamera im Raum 213 auf die Tür richtete wie das Auge eines Raubtiers, das Beute wittert.

Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben - oder hat es nicht überlebt.
Für Liv scheint es gerade nicht schlimmer kommen zu können: Ihr Freund hat auf einer Party eine andere geküsst - vor ihren Augen! - und sie wird von dem unheimlichen Ethan verfolgt. Er bedroht sie, macht komische Andeutungen. Liv ist eingeschüchtert, nimmt die Drohungen jedoch erst nicht ernst. Bis sie ein Mädchen in ihrem Garten findet - Ethans Ex-Freundin, ermordet.

Die Idee des geheminsvollen Raums 213 hat mich auf das Buch neugierig gemacht. Von Anfang an konnte ich mir nicht vorstellen, was an einem Raum so gruselig sein soll. Doch schon im Prolog wird einem deutlich, dass dieser Raum ein Eigenleben zu haben scheint. 

In diesem Prolog und auch zwischendurch erleben wir, was Ethan Hobbs in diesem Raum passiert, der vor zwei Jahren dort hineingeschubst wurde. Es ist beängstigend, was diese vier Wände mit dem sonst normalen Jungen anstellen, denn nach einer Nacht in diesem Raum wird Ethan eingewiesen.
Zwei Jahre später kehrt er in die Schule zurück und beginnt Liv zu verfolgen.
Das ganze Buch über fragt man sich eigentlich warum, denn sie scheint ihn nicht zu kennen, was leider zu einem Logikfehler der Geschichte wurde. Ethan war nämlich mal einen ganzen Sommer oft bei Liv Zuhause und selbst ihre Eltern kennen ihn. Aber sie nicht? Liv tut wirklich so, als ob sie ihn in  ihrem gesamten Leben noch nie gesehen hat. Wo war sie denn den ganzen Sommer über?!



Ansonsten war die Geschichte wirklich spannend, denn durch seine geringe Seitenanzahl war nicht viel Zeit, um viel auszuholen und alles zu beschreiben. Die Autorin hat sich auf die wesentlichen Dinge beschränkt und ließ Liv von einer grusligen Situation in die nächste stürzen. Es blieb also keine Zeit zum Durchatmen. 
Manchmal hat mir allerdings ein wenig Normalität gefehlt, um die Dinge, die Liv zugestoßen sind zu verdauen. Ein paar kleine normale Momente hätten die ganzen Geschehnisse realistischer gemacht.
Was mir aber wiederum gut gefallen hat, war das Lied Hate me von Blue October, das immer wieder eingebunden wurde. An manchen Stellen des Buches konnte man das Lied im Hintergrund laufen lassen und damit genau das gleiche empfinden wie Liv oder Ethan.

Manchmal dachte ich mir Ja, ist doch offensichtlich wer hier für alles verantwortlich ist und drei Seiten weiter musste ich alle Vermutungen wieder verwerfen und das Fragezeichen in meinem Gesicht wurde immer größer. Am Ende wirft die Autorin einen dann komplett ins Chaos. Bis zur letzten Seite wusste man also nicht, wer Liv verfolgt und ihr so zugesetzt hat. 

Dieser kleine Thriller lässt vor allem im Epilog noch einige Fragen offen, die sich vielleicht im zweiten Band Arglose Angst noch beantworten. Auf den zweiten Teil bin ich auch schon sehr gespannt.
Und trotz des kleinen Logikfehlers ist dieses Buch eine schöne Geschichte für zwischendurch, da sie sich schnell zu einem Pageturner entwickelt. 


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