Er lächelt mich an - noch ein bisschen zögernd, aber er lächelt. Mir fällt Mom ein. Lächle Samantha. Jetzt brauche ich niemanden, der mich dazu auffordert. Das Lächeln kommt von ganz allein.
[S. 286]

Die Garretts waren für uns von Anfang an tabu.

Samantha Reed liebt die Garretts heiß und innig - doch nur aus der Ferne. Die 10-köpfige Nachbarsfamilie ist tabu, denn die Garretts sind all das, was Samathas Mutter ablehnt: bunt, laut, chaotisch, lebensfroh. Aber eines schönen Sommerabends erklimmt der 17-jährige Jase Garrett Samanthas Dachvorsprung und stellt ihr Leben auf den Kopf. Sie verliebt sich mit Haut und Haaren und wird von den Garretts mit offenen Armen aufgenommen. Eine Zeit lang gelingt es Samantha, ihr neues Leben vor der Mutter geheim zu halten. Doch dann schlägt das Schicksal zu...

Als ich mir Mein Sommer nebenan kaufte, dachte ich, ich hätte mir ein ganz normales Sommerbuch ausgesucht, das sich einfach nebenbei lesen lässt. Aber ich wurde vollkommen vom Gegenteil überzeugt, denn die Geschichte von Sam und den Garretts ist keineswegs durchschnittlich. 

Sam ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, das eine perfektionistische Mutter hat. Sie duldet nicht, dass Sam die Sommerferien über nur faulenzt oder sich entspannt. Deswegen hat Sam nebenbei zwei Jobs. 
Ihre Mutter kandidiert für das Amt der Senatorin und ist daher sehr auf ihr Auftreten nach außen fixiert. Daher kann sie ihre Nachbarn, die Garretts, nicht leiden. Sie gehören für sie nicht in die sonst so perfekte Nachbarschaft. Immer liegt irgendetwas im Garten oder die Kleinen der Familie spielen draußen lautstark.

Doch ihre Tochter Sam und der Nachbarsjunge Jase verlieben sich ineinander. Diese Liebesgeschichte gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Sie ist ehrlich und nicht durch irgendwelche kitschigen Szenen überzogen worden. Es ist eine Liebe, die sich eben zwischen zwei ganz normalen Teenagern entwickelt und einen wundervollen Sommer als Kulisse hat. 


Die Garretts, die Sam durch Jase kennen lernt, habe ich von Anfang an  ins Herz geschlossen. Sie bestehen aus Mr und Mrs Garrett, Joel, Alice, Jase, Andy, Duff, Harry, George und Patsy. Bei so vielen Menschen und Generationen ist Chaos also vorprogrammiert. Aber die ganzen unterschiedlichen Charaktere mit ihren eigenen Geschichten haben die Story so lebendig gemacht. Am meisten habe ich von den Garretts den kleinen George gemocht. Er läuft am liebsten ohne Hose herum und hat Sam in diesem Aufzug schon bei der ersten Begegnung einen Heiratsantrag gemacht. Außerdem malt er sich für jede Situation Horrorszenarien aus, die die anderen dann wieder entkräften müssen, damit er beruhigt ist.

Die Garretts werden für Sam eine wichtige Stütze, denn ihre Mutter geht in ihrem Wahlkampf vollkommen auf. Sie wird dabei von einem Mann namens Clay Tucker unterstützt, der so einen ekelhaften Charakter hat, dass die Rolle des Politkers perfekt zu ihm passt. Er hat kein Fünckchen Menschlichkeit an sich, sondern denkt immer nur daran, wie er die Wähler manipulieren kann. 
Leider spielt er schon bald eine wichtige Rolle in Sams Leben und das ihrer Mutter. 
Dieser Aspekt der Politik und das, was Menschen alles dafür machen, um nach außen perfekt zu scheinen, fand ich sehr interessant und gab dem ganzen noch mehr Spannung. Denn eines nachts begeht Sams Mutter einen großen Fehler, der sie vor die Entscheidung ihres Lebens stellt - Karriere oder Moral?

Die Charaktere in diesem Buch konnten mich also überzeugen.
Die Idee der Geschichte fand ich auch sehr gut. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen so sehr mich die Liebesgeschichte von Jase und Sam mitgerissen. 

Allerdings handelt Mein Sommer nebenan nicht nur von großen Gefühlen, sondern auch von Freundschaft, die wieder neu entdeckt wird oder durch Neid ihr Ende findet, von Familie und einem wundervollen Sommer, bevor der Ernst des Lebens wieder beginnt. Ein wundervolles Buch, um den Alltag zu vergessen und sich an einen wundervollen Küstenort zu träumen, an dem auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
Der einzige kleine Punkt, der mich gestört hat und weswegen es auch nicht zur vollen Blumenanzahl  reicht war das Ende. Mir blieb dafür, dass es ein Einzelband ist, zu viel offen und außerdem schnitt die Geschichte für mich auch einfach zu schnell ab. Kann sein, dass ich einfach zu sehr verliebt in die Garretts war und daher nicht einsehen wollte, dass es schon vorbei ist. Aber ein bisschen mehr hätte die Autorin uns schon noch verraten können.


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