Der Tag von Rorys Ankunft im altehrwürdigen Internat Wexford ist gleichzeitig der Tag, an dem eine Mordserie beginnt, die ganz London in Atem hält. Jack the Ripper ist zurück, oder vielmehr jemand, der exakt die Taten des Serienmörders kopiert. Unter den Augen der an den Bildschirmen mitzitternden Londoner Bevölkerung tötet der Ripper trotz Überwachungskameras und observierenden Hubschraubern
weiter – und lässt die Polizei alt aussehen, so ganz ohne Zeugen. Was keiner weiß: Eine einzige Zeugin gibt es – Rory. Die junge Amerikanerin ist die Einzige, die den Mörder gesehen hat. Womöglich auch die Einzige, die ihn sehen kann? Und plötzlich ist der Ripper hinter Rory her ..
Jack The Ripper! Genau mein Thema! Ich glaube, ich habe seit einer Ewigkeit nach so einem Buch gesucht, das endlich mal diesen mysteriösen Serienmörder. behandelt. Ich erwarte mir Spannung und puren Nervenkitzel. Ein absolutes Must-Have, das in diesem Monat sogar gleich auf meine Wunschliste für den Weihnachtsmann wandert.


Mehr Bücher haben es für Dezember leider nicht auf meine Must-Have-Liste geschafft, was ich für einen Monat wie Dezember ziemlich enttäuschend finde. Es wäre nochmal Zeit gewesen für richtige Knaller im Jahre 2014, aber die wurden wohl schon alle im November verpulvert. Ich bin also gespannt, was 2015 uns für tolle Bücher bringt! :)

Manche Dinge sind die Gefahr wert, oder? Ich finde nicht, dass irgendjemand das Recht haben sollte, mir vorzuschreiben, was ich lese oder mit wem ich befreundet bin.
[S. 180]

Unser Mutter ist auch eine Hexe gewesen, aber sie wusste es besser zu verstecken. 

Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen. Niemand darf davon erfahren, denn Hexen werden verfolgt und verbannt. Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate. Vor alem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht sie nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden.
Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess?

Die Geschichte von Cate, Maura und Tess versetzt uns ins Ende des 19. Jahrhunderts. Jedoch nicht in eine Zeit, die wir aus den Geschichtsbüchern kennen. In Neuengland herrscht die sogenannte Bruderschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Hexen zu finden und zu töten, um die Welt vor deren bösen Kräften zu schützen. Frauen haben in dieser Gesellschaft keine Rechte. Sie sollen ihrem Mann dienen und sich den ganzen Tag nur mit malen und schönen Kleidern beschäftigen. 

Cate steht kurz vor ihrer Absichtsbekundung, die jedes Mädchen in ihrem Alter treffen muss. Das bedeutet, dass sie die Wahl zwischen der Schwesternschaft - ein Leben für Gott - und einer Heirat hat. Den Mann für diese Heirat suchen meistens die Brüder aus. Doch Cate hat viel größere Probleme, denn sie und ihre Schwestern sind Hexen und jeden Tag müssen sie mit ansehen, wie unschuldige Mädchen verhaftet und nie wieder gesehen werden. 

Der Einstieg in die Geschichte stellte sich als sehr müßig heraus. Die ersten 180 Seiten hatte ich das Gefühl, dass einfach nicht viel passierte. Es sollte als eine Art Einführung in die Geschichte dienen, aber da es kaum Erklärungen gab und der Leser sich viel selbst zusammenreimen musste, war es anstrengend die erste Hälfte des Buches zu überstehen. Cate verbot ihren Schwestern die ganze Zeit zu zaubern und selbst tat sie es auch nie. Daher fehlte oft der gewünschte Aspekt der Magie. Es geht schließlich um Hexen!
Wirkliche Magie bekommen wir dann erst am Ende des Buches geboten, aber dafür mit einem richtigen Knaller.



Wie in so vielen Büchern spielt auch in diesem die Liebe eine große Rolle. Wie schon erwähnt muss Cate bald ihre Absichtsbekundung aussprechen. Für eine Heirat hat sie auf jeden Fall zwei Verehrer, die ihr den Hof machen. Paul, ihr Kindheitsfreund und Finn, der Gärtner ihres Vaters. Dieses Liebesdreieck ist ganz interessant, da ich mich nicht entscheiden wollen würde. Paul ist aufmerksam und sehr ehrgeizig. Er will Cate unbedingt haben, ist sich seiner Sache aber ein wenig zu sicher. Finn hingegen ist ein belesener junger Mann, der alles tut, um seine Liebsten zu schützen. Wen Cate am Ende wählt ist manchmal leider zu offensichtlich. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Unsicherheit, die zu Anfang bestand, sich länger hingezogen hätte.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Cate erzählt, weshalb wir nicht viel von Maura und Tess erfahren, es sei denn Cate wendet sich ihnen mal zu. So ist es auch ziemlich schwer ein Urteil über die beiden zu fällen, da man immer nur Cates subjektive Haltung zu den Situationen kennt. Bisher ist mir Tess am sympathischsten, weil sie einfach ruhig bleiben kann und nicht so aufbrausend und dramatisch wie ihre Schwestern ist.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten und lässt dennoch erahnen in welcher Zeit man sich befindet. 

Das Ende des Buches macht den Anfang aber auf jeden Fall wett und lässt uns gespannt auf den nächsten Teil "Sternenfluch" warten, dessen Cover wieder genauso schön ist wie das des ersten. Ich hoffe, dass der zweite Teil magischer wird und wir auch noch mehr von den anderen beiden Schwestern erfahren. 
 


Aber so sehr wir uns auch wünschen, es wäre anders: In Wahrheit schwankt unsere Welt zwischen Entscheidungen, die wir treffen, und den Geheimnissen, die wir für uns behalten.
[S. 7]

Das Leben besteht aus vielen flüchtigen Momenten.

Sag mir, was hast du vor mit deinem einen, wilden, kostbaren Leben?
Diese Frage ihres Englischlehrers stellt die 17-jährige Parker Frost vor ein Dilemma. Denn bisher weiß sie nur, was man von ihr erwartet: ein Medizinstudium in Stanford. Und zwar mit dem Stipendium, das zu Ehren von Julianna und Shane eingerichtet wurde, die vor zehn Jahren nach einem Autounfall ums Leben kamen.
Als Parker durch Zufall Juliannas Tagebuch findet und darin liest, ist sie erschüttert. Denn deren scheinbar perfektes Leben stellt sich plötzlich ganz anders dar. Was geschah damals, in der Nacht des Unfalls?
Die Reise durch Juliannas Leben wird für Parker zu einer Reise in ihr innerstes Selbst. Und langsam beginnt sie zu erkennen, was sie wirklich vorhat - mit ihrem einen, wilden, kostbaren Leben.

Dieses Mal war eindeutig der Titel mein Grund Nummer eins, warum ich mir dieses Buch gekauft habe. Ich denke, dass sich jeder schon mal diese Frage gestellt hat: Was habe ich eigentlich vor mit diesem einen Leben? Es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Träume, so viele Erwartungen von anderen. 
Und mit was für einer Entscheidung ist man am Ende selbst zufrieden? 

Genau vor diesen Fragen steht auch Parker, die Protagonistin, kurz vor ihrem Abschluss. Sie ist eine Überfliegerin in der Schule und hat dazu noch eine sehr ehrgeizige Mutter, die viel von ihr erwartet. Durch einen Zufall bekommt sie das Tagebuch von Julianna Farnetti in die Hände, die vor zehn Jahren mit ihrem Freund bei einem Autounfall starb. Und in diesem Buch stehen einige Dinge, die niemand von dem perfekten Mädchen erwartet hat. Durch Juliannas Tagebuch beginnt auch Parker an ihrem Weg, der für sie bestimmt war, zu zweifeln. Dies entführt den Leser auf eine Reise zu Parkers verborgenen Gefühlen und auch zu einem selbst. Was habt ihr vor mit eurem einen, wilden, kostbaren Leben?

Der Kern der Geschichte ist sehr poetisch. Man soll nachdenken und wird dabei das ganze Buch über von Zitaten aus den Gedichten von Robert Frost begleitet. Seine Gedichte sagen viel über das Leben aus wie zum Beispiel sein Werk The Road Not Taken, in dem es um einen Weg in einem Wald geht, der sich gabelt und das lyrische Ich vor die Frage stellt, welchen Pfad es einschlagen soll. Den niedergtrampelten, den viele gegangen zu sein scheinen oder den nicht viel betretenen, der eine Herausforderung darstellt.
Es geht immer um Entscheidungen.



Ich könnte wohl eine gefühlte Ewigkeit über dieses Thema schreiben, hundert neue Gedanken dazu fassen und doch immer zum gleichen Ergebnis kommen: Es bringt nichts darüber nachzudenken, welche Entscheidung die richtige sein könnte, da wir es immer erst wissen, wenn wir sie getroffen haben. Aber wir müssen eine treffen.

Und genauso trifft Parker eine, die sie quer durchs Land führt und damit einer Stadtlegende nachjagt. Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, da die Tagebucheinträge und Parker selbst eine große Spannung aufgebaut haben, sodass man einfach wissen musste wie es weitergeht.
Parker ist eine sehr sympathische Person, da sie Fehler hat und man all ihre Bedenken nachvollziehen kann. 
Das einzige, was mich gestört hat, war ihre beste Freundin Kat, die einen scheußlichen Charakter hat. Mag sein, dass ich ihre Art einfach nicht verstanden habe, aber sie war meiner Meinung nach egoistisch und hat sich selbst aufgegeben.

Näher mag ich auf die Geschichte gar nicht eingehen, da alles ineinander verschlungen ist und ich nichts verraten möchte. Dieses Buch ist für mich sehr gelungen und lässt den Leser mit einer sehr wichtigen Frage zurück, die nur jeder für sich selbst beantworten kann: Was hast du vor mit deinem einen, wilden, kostbaren Leben?