Man kann es nicht aufhalten. Du kannst den Stimmen ebenso wenig entfliehen wie ich es konnte. Urururoma hätte niemals in das Kaninchenloch steigen sollen.
[S. 12]

Seit meinem zehnten Lebensjahr sammle ich Insekten, nur so kann ihrem Geflüster ein Ende machen.

Alyssa hört Blumen und Insekten flüstern, eine Gabe, die schon ihre Mutter um den Verstand brachte. Denn sie sind die Nachfahrinnen von Alice Liddell - besser bekannt als Alice im Wunderland. Als sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtert, kann Alyssa ihr Erbe nicht mehr leugnen, sie muss jenen Fluch brechen, den Alice verschuldet hat. Durch einen Riss in einem Spiegel gelangt sie in das Reich, das so viel finsterer ist, als sie es aus den Büchern kennt, und zieht dabei ihren besten Freund und große Liebe Jeb mit sich. Auf der anderen Seite erwartet sie jedoch schon der zwielichtige und verführerische Morpheus, der sie auf ihrer Suche leitet. Aber wem kann sie wirklich trauen?

Ich war schon immer ein großer Fan von Alice im Wunderland und habe vor ein paar Jahren auch das Buch von Lewis Carroll gelesen, dass doch - wenn wir mal ehrlich sind - auch sehr von den ganzen Kinderserien und Kinofilmen abweicht. Es ist eben einfach verrückt und man muss eine Menge Konzentration und Fantasie mitbringen, um die Zusammenhänge in Carrolls Geschichte zu verstehen. 
Leider war das auch bei dieser Alice-Geschichte für mich wieder der Fall.

Der Klappentext des Buches und das wunderschöne Cover versprechen sehr viel. Ein wilde Alice - oder in diesem Fall Alyssa - die in das Kaninchenloch fällt und sich in einem düsteren Wunderland befindet. Ich habe zwar ein anderes Wunderland erwartet als man es sonst kennt, aber doch ein vertrautes. Dies war leider überhaupt nicht der Fall. Wenn mich jemand fragen würde wie dann nun dieses düstere Wunderland aussieht könnte ich es nicht beantworten, denn mit der Beschreibung der Umgebung hat die Autorin sich ziemlich zurückgehalten. Dabei macht das doch das Fantastische aus. 

In dieses also nicht wirklich zu beschreibende Wunderland folgen wir Alyssa, die eine Urururenkelin von Alice Liddell ist. Alyssa hat sich im Laufe der Geschichte nicht unbedingt zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt. Sie weiß selbst nicht so richtig wer sie ist und was sie überhaupt sein will, so kommt es mir vor.
Mit ihr fällt Jeb, ihr bester Freund, in das Kaninchenloch. Alyssa liebt Jeb seit sie ein kleines Mädchen ist, doch der hat leider eine Freundin. Und das war dann auch schon die Aufgabe von Jeb in der Geschichte. Eine andere konnte ich leider nicht finden. Er ist halt immer da und das war es. Als ob er nur anwesende wäre, damit Alyssa jemanden anhimmeln kann und die Autorin Stoff für eine Dreiecksbeziehung hat. 
Der nächste Anwärter für Alyssa ist nämlich Morpheus, den ich ein bisschen lieber als Jeb habe, aber wirklich leiden kann ich ihn auch nicht. Er ist nur auf sein eigenes Wohl bedacht und ich verstehe ganz und gar nicht, was Alyssa an diesem jungen Mann findet. 



Die schon erwähnte Dreiecksbeziehung kam mir auch eher gezwungen vor. Jeb und Morpheus haben sich immer mal wieder ein bisschen angezickt, was wohl lustig sein sollte, aber es war doch eher nervig und ziemlich kindisch. Vor allem Jebs Verhalten habe ich oft nicht verstanden. Er hat eine Freundin und tut dennoch so, als ob Alyssa ihm gehören würde. 
Dieser Aspekt der Liebe nahm genauso viel Platz in dem Buch ein wie die eigentliche Wunderlandgeschichte.

Gut fand ich, dass die Autorin ihre eigene Wunderlandgeschichte erfunden hat und dennoch immer wieder bekannte Situationen und Figuren mit eingebaut hat wie zum Beispiel den verrückten Hutmacher oder das weiße Kaninchen. Leider fehlte mir aber öfter der Zusammenhang zwischen dem Geschehenen und den gegenwärtigen Situationen, weil es mir manchmal so vorkam als hätte die Autorin wichtige Erklärungen weggelassen. Dadurch war ich verwirrt und musste leider auch feststellen, dass meine Gedanken abdrifteten. 

Dennoch wurde immer eine gewisse Spannung gewahrt und es gab keine langatmigen Szenen. Alyssa stolperte von einem Geheimnis ins nächste und es wäre auch ein Feuerwerk der Fantasie geworden, wenn die Autorin dem Leser ein wenig mehr erklärt oder beschrieben hätte.
Das Ende hatte mich dann nochmal in seinen Bann gezogen, denn es hält noch eine Überraschungen bereit. Deshalb stelle ich mit gemischten Gefühlen den ersten Band der Reihe ins Regal. Einerseits war die Story verwirrend und andererseits würde ich dem Wunderland dank dem guten Ende noch eine zweite Chance geben.
Wir werden also sehen, ob ich Alyssa im zweiten Band nochmal ins Wunderland folge.




2 buchtastische Nachrichten

  1. Huhu! :)

    Auf Dark Wonderland bin ich echt schon gespannt! Das Buch hört sich ja sehr vielversprechend an und ich hoffe schwer, dass du dich doch noch an Band 2 wagen wirst! :) Ich werd dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben und hoffe ich komm bei den wenigen Erklärungen mit. :3 ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hallöchen :)

      Ob Band 2 sich noch in mein Bücherregal verirrt wird sich am Klappentext zeigen. Wenn er mich zum Weiterlesen animiert, dann werde ich der Reihe wohl doch nochmal eine Chance geben :)

      Liebe Grüße!
      Elli :)

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥