Es ist über hundert Jahre her, und trotzdem versucht man immer noch herauszufinden, wer er ist. Er steht für alle jene, vor denen man im Dunkeln Angst hat. Für jeden Killer, der nie gefasst werden konnte. Er ist der, der scheinbar ohne Motiv tötet. Dabei hat er sogar verhältnismäßig wenig Menschen auf dem Gewissen. Aber ich kann euch sagen, worin seine Faszination besteht. Es ist sein Name.
[S. 471]

Londons Augen folgten Claire Jenkins durch die Nacht.

Der Tag von Rorys Ankunft im altehrwürdigen Internat Wexford ist gleichzeitig der Tag, an dem eine Mordserie beginnt, die ganz London in Atem hält. Jack the Ripper ist zurück, oder vielmehr jemand, der den Serienmörder kopiert. Unter den Augen der an den TV-Bildschirmen mitzitternden Londoner Bevölkerung tötet der Ripper trotz Überwachungskameras und oberservierenden Hubschraubern weiter - ohne ein Spur zu hinterlassen. Was keiner weiß: Eine Zeugin gibt es - Rory. Die junge Amerikanerin ist die Einzige, die den Mörder gesehen hat. Womöglich auch die Einzige, die ihn sehen kann? Und plötzlich ist der Ripper hinter Rory her...

Jack the Ripper war schon immer ein Thema, das mich interessiert hat. Er ist - beziehungsweise war - ein Serienkiller im Jahre 1888, dessen Mordserie ganz plötzlich abbrach. Er schickte Briefe an die ermittelnden Behörden und machte sich fast schon über sie lustig. Jack the Ripper ist einfach ein Mysterium, um dessen Identität und Motive sich bis heute die verschiedensten Theorien und Geschichten ranken.
Er ist einfach die perfekte Vorlage für eine spannende Story und so hat sich auch Die Schatten von London an ihm bedient. Ich musste es also einfach lesen.

In Die Schatten von London begleiten wir Rory, die eigentlich aus Amerika stammt und extra wegen der Schule nach London gekommen ist. Wexford ist eine Elite-Schule, die den Schülern vieles abverlangt und deswegen wirkt Rory auch wie ein normales Mädchen, das eigentlich gar keine Zeit hat, sich für andere Dinge als ihren ersten Schultag als "Neue" oder ihre Noten zu interessieren.
Und doch hat Rory eine seltene Gabe, die ihr noch die Aufmerksamkeit des Rippers einbringen wird. Es wird also noch spannend mit Rory.

Der Ripper ist - damals wie heute - ein sehr großes Rätsel für die Polizei, da er schon gar unsichtbar zu sein scheint. In ganz London hängen Überwachungskameras, die auch einen Mord des Neuzeit-Rippers aufzeichnen, doch vom Ripper fehlt trotzdem jede Spur. Man rätselt also mit der Polizei und der Londoner Bevölkerung mit. Es hat mir eine richtige Gänsehaut bereitet, nicht mal das Gesicht des Rippers zu kennen. Es konnte einfach jeder sein. Dadurch wurde sehr gut dargestellt wie sich die Menschen früher in London gefühlt haben müssen. Sie wussten nicht wer es war. Es hätte theoretisch ihr Nachbar sein können. Einfach nur gruselig. 

Dafür begegnet Rory desöfteren einem Mann, der immer wieder plötzlich in ihrer Nähe auftaucht und sie sogar anspricht, aber niemand anders scheint ihn zu bemerken. Die Szenen mit diesem Mann und die schon erwähnte Ungewissheit wer der Mörder ist, haben mir richtig Angst eingejagt. Es hat mir sogar teilweise den Schlaf geraubt, wenn ich noch ein paar Seiten vor dem Schlafengehen gelesen habe. Es wird also wirklich eine tolle und passende Atmosphäre geschaffen, was wohl auch an dem schönen Schreibstil der Autorin liegt. 

Als ich das Buch in die Hand nahm dachte ich, dass dies ein spannender Thriller wird, der nichts Mystisches an sich hat. Ein normales Mädchen gegen einen normalen Mörder. Aber da habe ich mich getäuscht, denn die Geschichte bekommt eine plötzliche Wendung mit der ich niemals gerechnet hätte nachdem ich mir den Rückentext durchgelesen hatte. Dieses Buch ist also auch auf jeden Fall etwas für die Mystic-Fans!

Der zweite Teil Die Schatten von London - In Memoriam erscheint schon am 15. Juni und ich bin gespannt wie es weitergeht, denn das Ende macht auf jeden Fall Lust auf mehr!



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