Er ist ein Hobbit voll Tapferkeit und einem Können, das seine körperliche Größe bei Weitem überragt, und, wenn ich das so ausdrücken darf, begünstigt von einem Glück, das alles Übliche und Erlaubte geradezu in den Schatten stellt.
[S. 235]

In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit.

Vorbei ist es mit dem beschaulichen Leben von Bilbo Beutlin, seit er sich auf ein Abenteuer eingelassen hat, das Hobbitvorstellungen bei Weitem übersteigt. Nicht nur, dass er sich auf eine Reise von der Dauer eines Jahres begibt, die ihn quer durch Mittelerde führen wird, er lässt sich auch vom Zwergenkönig als Meisterdieb unter Vertrag nehmen und verpflichtet sich, den Zwergen bei der Rückgewinnung ihres geraubten Schatzes zu helfen. 

Seit ich die Filme gesehen hatte, wollte ich dieses Buch lesen, denn die hatten mich verzaubert und in ihren Bann gezogen. Ich wollte eintauchen in diese märchenhafte, lustige und abenteuerliche Geschichte, die uns von der Vorgeschichte zu Herr der Ringe erzählt.
Nun war ich da gewesen. Bei Bilbo, den Zwergen, in der Seestadt und in Smaugs Schatzkammer und ich kann euch sagen es war ein Abenteuer!

Schon der Anfang der Geschichte hat mich sofort in die Erzählung von Tolkien versinken lassen, was vor allem an seinem Schreibstil lag. Er schuf eine fantastische Atmosphäre während er von den Hobbits und ihrer Lebensweise erzählte. Er führte erst ruhig in die Geschichte ein und plötzlich saßen wir schon mit den Zwergen an einem Tisch, die Bilbo Beutlin als Meisterdieb anstellten.
Allgemein wird im Buch nicht viel um den heißen Brei geredet. Eine spannende Stelle folgt auf die nächste und die Seiten dazwischen werden mit lustigen und tiefgründigen Dialogen gefüllt.

Vor allem die Zwerge haben mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Sie haben eine liebenswerte Art und jeder ist für sich einzigartig. Leider wurde oft auf Bomburs Gewicht herumgehackt, was schon zu einem Running Gag wurde. Immer wenn es passte hieß es: Bombur du kannst nicht mitmachen, weil du zu fett bist. Eine Formulierung hat mich besonders zum Lachen gebracht: Bombur war fett und ärgerlich. Als ob "fett" ein Gemütszustand wäre.

Da das Abenteuer schnellen Schrittes voranging wurde es nie langweilig, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Schon bei der Mitte wusste ich, dass mir die Charaktere und Mittelerde sehr fehlen werden, wenn ich die letzte Seite umblättern würde.
Und genauso war es dann auch.

Der kleine Hobbit ist im Gegenteil zu Herr der Ringe weniger brutal und märchenhafter wie auch spielerischer erzählt. Es wird viel gewitzelt und der Trip von Bilbo und den Zwergen macht einfach Spaß. Man muss einfach wissen wie es weitergeht!
Vor allem die Kampfszenen sind kaum beschrieben. Wenn ich nur an die Schlacht der Fünf Heere denke, der ein ganzer Film gewidmet wurde! Bilbo bekommt im Buch kaum etwas davon mit und ich muss sagen, dass mir das sehr gut gefallen hat. Ich schau mir das gerne auf der Leinwand an, weil dort einfach beeindruckende Bilder gezeigt werden, aber ich war noch nie der Typ, der gerne fünzig Seiten über einen Kampf liest.
Tolkiens Geschichte hat für mich also die perfekt Mischung getroffen zwischen Humor, Spannung, Kampf und Abenteuer. Ein Muss für jeden Fantasy-Fan!




4 buchtastische Nachrichten

  1. Ich hab vor kurzem auch den letzten Teil der Verfilmung zu "Der Hobbit" gesehen und denke nun auch darüber nach endlich mal die Bücher zu lesen. : D ich finde Tolkien hat wirklich eine wunderbare Welt erschaffen! Mich hat auch etwas überrascht, dass ein ganzer Teil nur über die Schlacht erzählt hat [das ist jetzt auf den Film bezogen] und habe mich schon gefragt, ob das im Buch auch so explizit erwähnt wird.... Danke also für die schöne Rezension :) Ich denke, ich werde mich auch mal an das lesen der Bücher rantasten.

    Liebe Grüße,
    Karin

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    1. Als ich von den drei Filmen gehört hatte damals dachte ich auch: Wow, was muss das für ein dickes Buch sein, wenn man daraus drei Teile machen kann?
      Und dann hab ich den 300 Seiten Roman gesehen und war total überrascht. Es wurde einiges aus dem Buch übernommen, aber auch etwas geändert - Man siehe nur die Schlacht ^^. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu lesen! :)

      Liebe Grüße
      Elli

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  2. Ich finde die Verfilmung grottenschlecht! Der Zauber des Buches wurde (im Gegensatz zur HDR-Verfilmung) nicht eingefangen. Die dazugedichteten Szenen wirken aufgesetzt, die Schlachten ausgewalzt. Teilweise ging es nur um Choreographie und Computereffekte. Die feinsinnige Philosophie des Buchs ging im Action-Spektakel vollkommen unter. Aus einem Kinderbuch wurde ein Gemetzel mit kindischen/kindlichen Zwischenspielen.

    Das Buch bleibt davon unberührt. Ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen. Auch erwachsenen Lesern.

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    1. Wahrscheinlich hätte ich das auch gedacht, wenn ich das Buch gelesen hätte bevor ich die Filme geschaut habe. Denn als ich das Buch las war ich teilweise sehr verwundert darüber, was im Film alles gändert wurde. Manche Schlüsselfiguren des Films wie zum Beispiel Azog, durch dessen Hand Torin am Ende stirbt, kommt im Buch überhaupt nicht vor. Genauso wurden Legolas, Tauriel und die Liebesgeschichte zwischen Tauriel und Kili dazugedichtet. Für mich waren es daher zwei unterschiedliche Geschichten, aber beide sind für mich toll, wenn man sie getrennt voneinander betrachtet. :)
      Von den Bildern her finde ich wurde die Atmosphäre des Hobbits schon gut eingefangen. Es ist vor allem am Anfang sehr märchenhaft dargestellt und ich bin froh, dass mich die Filme auf den Geschmack gebracht haben.
      Mir hat also beides gefallen.

      Liebe Grüße
      Elli

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