"Manchmal ist die Wirklichkeit einfach zu öde und traurig. Dann muss man seine Fantasie einsetzen. Eine kleine Prise Vorstellungskraft, und schon ist die Welt bunter. Was die Leute oft vergessen, wenn sie älter werden. Sie vergessen die Macht der Fantasie."
[S. 186]

Ich bin ein Süßwassermädchen.

Hannah ist schüchtern, angepasst und fällt ungern auf. Zoe ist impulsiv, temperamentvoll und liebt es, unsinnige Dinge zu tun. Hannah und Zoe sind beste Freundinnen. Nichts und niemand könnte sie trennen. Als Zoe den Drang verspürt, aus ihrer kleinen Heimatstadt in New Jersey zu verschwinden, zögert Hannah keine Sekunde, sie zu begleiten. Gemeinsam machen sie sich mit ihrem altersschwachen Auto auf und lassen alles hinter sich: ihre Eltern, ihre enttäuschten Lieben, das College. Und während sie Tornados jagen, Kermit befreien und neue Freunde finden, begreift Hannah immer mehr, was Zoe ihr zeigen will: dass das Leben wunderschön ist, dass man Grenze einreißen darf, dass es Spaß macht, mutig zu sein. Und Hannah weiß auch, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt - denn Zoe ist krank und jeder Tag mit ihr ein kostbares Geschenk.

Als ich den Klappentext las dachte ich, dass dieses Buch ein lustiger Rman über zwei Freundinnen wird, die einen witzigen Roadtrip machen. Doch ich wurde von dieser Geschichte richtig überrascht und alles, was ich mir unter dem kleinen Text auf dem Buchrücken vorgestellt hatte, konnte ich über den Haufen werfen.

Bis ich die Geschichte von Zoe und Hannah richtig genießen konnte, musste ich mich erstmal an den Schreibstil der Autorin gewöhnen, denn zu Anfang des Buches wurde man mit einer Flut an Fakten überrollt. Dutzende Namen und unwichtige Details prasselten auf mich ein, weshalb es mir schwer viel den Einstieg zu finden. Trotzdem hat mich die Handlung gepackt und ich wollte wissen wie es weiter geht. Deshalb habe ich weiter gelesen und das hat sich gelohnt!

Hat man sich also mit der Faktenflut eingefuchst lernt man die beiden Protagonistinnen - Zoe und Hannah - kennen. Die beiden sind sehr unterschiedlich. 
Zoe ist flippig und vollkommen verrückt. Ihr ist nichts peinlich und sie strotzt vor einem schon zu großen Selbstbewusstsein, was mit ihrer Krankheit zusammenhängt, denn Zoe hat eine bipolare Störung. Das bedeutet, dass ihre Stimmung und vor allem ihr Selbstbewusstsein von einer Sekunde auf die andere kippen kann. Wir lernen beide Seiten von Zoe kennen während der Geschichte und ich fand es total interessant zu sehen wie diese Krankheut Zoe und vor allem ihre Persönlichkeit verändern kann. 
Doch leider wurde ich mit Zoe nicht warm. Natürlich bestimmte ihre Krankheit viele ihrer Handlungen und auch ihre Charakterzüge, aber trotzdem konnte ich nicht über all dies hinwegsehen.


Dafür mochte ich Hannah umso mehr. Sie versucht es allen Recht zu machen und vor allem Zoe, der sie bei ihrer Krankheit helfen will. Dabei hat sie ganz eigene Probleme, zum Beispiel mit ihrem Vater oder der bald anstehenden Finanzierung des Colleges. Wir erfahren die Geschichte aus ihrer Sicht und bekommen daher mehr von ihrer Gefühlswelt mit als von Zoes. Das machte sie natürlich um einiges gläserner.
Manche Handlungen von Hannah konnte ich zwar nicht nachvollziehen wie zum Beispiel das Kuscheln mit Danny, obwohl ihre beste Freundin verschwunden war! Dennoch war sie mir sympathischer als Zoe.

Da ich mir unter den Charakteren etwas anderes vorgestellt hatte - z.B., dass Zoe Krebs oder eine andere unheilbare Krankheit hat, die nichts mit iherm Geisteszustand zu tun hat und Hannah nur ihre schüchterne Freundin ist -, hatte ich mir unter dem Roadtrip auch etwas komplett anderes ausgemalt, denn dieser war eindeutig einzigartig. Er bestand nicht nur aus verrückten aneinandergereihten Aktionen, sondern erzählte uns etwas von der Freundschaft der Mädchen und über Zoes Krankheit, die man durch den Trip besser zu verstehen lernte. 
Er ist gespickt mit spannenden und durchgeknallten Momenten wie das Übernachten bei IKEA, aber auch mit emotionalen Augenblicken, in denen man das Ausmaß von Zoes Krankheit erkennt. So fühlt sie sich in einer Szene zum Beispiel von einem unsichtbaren Auto verfolgt. 
Es war für mich somit sehr spannend und mitreißend. Ich musste einfach wissen wie es mit den Mädchen auf diesem Trip weitergeht.

Eine Frage steht in diesem Roman im Mittelpunkt: Kann ich lernen, glücklich zu sein?
Denn genau das versucht Zoe Hannah beizubringen. Das Verschrobene an der Sache ist für mich, dass ein aus medizinischer Sicht kranker Mensch in diesem Buch einem für uns normalen und gesunden Menschen beibringt, was es heißt glücklich zu sein. Diese Botschaft finde ich wirklich schön und ich denke auch, dass man lernen kann glücklich zu sein und dass es wichtig ist etwas dafür zu tun, denn Das Glück wächst nicht auf Bäumen.


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