"Schwesterherz, Du schaffst mich. Echt!"

Sitzt ihr?

Eigentlich sind Schwestern doch immer ein Herz und eine Seele, zumal wenn sie Zwillinge sind. Nicht aber Charlotte und Lusie, die sich so überworfen haben, dass sie kein Wort mehr miteinander reden - vorerst. Denn plötzlich verkündet ihre kleine Schwester Lilly völlig überraschend, dass sie heiraten will, und bittet die Zwillinge um Beistand. Charlotte und Luise müssen sich zusammenraufen, denn eine kleine Schwester lässt man nicht im Stich.

Jeder von euch der Geschwister hat - und ich kann mich dazuzählen - wird bestätigen können, dass sie manchmal mehr als nervig sein können. Sei es die kleine Schwester oder, wie in meinem Fall, der große Bruder. Immer muss man alles teilen, sie haben immer recht und oft soll es nach ihrer Nase gehen. Aber jetzt stellt euch mal vor, ihr habt einen eineiigen Zwilling, mit dem ihr nicht nur den Geburtstag teilen müsst, sondern auch noch das Aussehen. Das könnte einen ganz schön in den Wahnsinn treiben. Vor allem wenn man auch noch so verschieden ist wie die beiden Zwillingsschwestern Charlotte und Luise, um deren Geschichte es in diesem kleinen Briefroman geht.

Wie im Klappentext angekündigt sind die beiden zerstritten und müssen sich wegen der Hochzeit ihrer kleinen Schwester zusammenraufen. Dem Grund für ihr Zerwürfnis liegt allerdings keine originelle Idee zu Grunde. Sie haben sich eben wegen einem kleinen Ereignis gestritten und wären beide einfach ehrlicher zueinander gewesen wäre es gar nicht erst so weit gekommen.
Allgmein sind die Probleme der beiden eher durchschnittliche Alltagsprobleme. Charlotte muss sehr viel arbeiten als Anwältin und hat kaum Zeit für ihre Ehe und Luise möchte ihren Traum als Künstlerin leben und muss als armselige Assistentin arbeiten.

Alle Informationen über die beiden beziehen wir aus dem E-Mail-Verkehr. Das heißt man muss viel zwischen den Zeilen lesen, um etwas über die Schwestern zu erfahren. Das war teilweise sehr mühsam. Hätte es immer mal Szenen gegeben, die aus der Perspektive eines Erzählers geschrieben worden wären, hätte ich mich viel mehr in die Geschichte einfühlen können. Die Nebencharaktere bleiben durch diese E-Mails sehr blass und daher konnte ich kaum mitfühlen. Es war eben sehr oberflächlich.
Dafür sind die E-Mails nicht zu lang und dadurch lässt sich auch die Geschichte flüssig lesen. Trotzdem hätten ein wenig mehr Seiten und dafür ein bisschen mehr Story dem Buch nicht geschadet. Es ist eben an allen Ecken und Enden durchschnittlich. Es ist schön für zwischendurch. Für den Urlaub, wo man sich gerne auf andere Dinge konzentriert und nur von Zeit zu Zeit mal in einem Buch versinken möchte.

Die Geschichte hat also einiges an ungenutzten Potenzial. Zum Beispiel kommt auch die Hochzeit kaum zur Sprache. Es geht eigentlich nur um Charlottes und Luises Liebesleben und deren Zwillingsverwechslungsspielchen, die auch nicht neu sind. Das ist sehr schade, da gerade der Aspekt der Hochzeit der kleinen Schwester mehr Witz in die Geschichte gebracht hätte.
Und was mich persönlich noch gestört hat war, dass es einen extremen juristischen Fehler in diesem Buch gibt. Es wird nämlich eine Kündigung per E-Mail ausgesprochen, was aber nicht erlaubt ist. Kündigungen sind in elektronischer Form unwirksam und in einem Buch, in dem es um eine Anwältin geht hätte das besser recherchiert werden müssen.

Trotzdem bekommt dieses Buch drei Blumen von mir, da es nett für zwischendurch ist und einen nicht langweilt. Es ist zwar vorhersehbar, aber trotzdem unterhaltsam.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥