Und es ist schwer und seltsam, nicht mehr das barfüßige Mädchen und der flachsblonde Junge zu sein, die über den Sand zum Wasser laufen, ganz Beine und Ellenbogen und völlig unbefangen. Plötzlich rückt man ans Ende seines zweiten Jahrzehnts heran - und zack. Es spielt eine Rolle, welche Wahl man trifft.
[S. 280]

Nichts kann mir die Stimmung so vermiesen wie eine Wagenladung Jungs.

Die 17-jährige Gwen und ihre Familie leben schlichtweg im Paradies - auf einer traumhaften  Insel vor der Küste Neuenglands. Doch für Gwen bedeutet das, im Sommer für die reichen Feriengäste zu schuften. 
In diesen letzten Sommerferien vor ihrem Schulabschluss hat sie allerdings das große Lose gezogen und muss ausnahmsweise nicht im Imbiss ihres Vaters Fritten ausgeben, sondern sittet nun tagsüber eine gewitzte reiche alte Dame.
Doch als Gwen erfährt, wer in diesem Sommer den Job des Gärtners für die Anwesen am Ort bekommen hat, würde sie am liebsten ganz von der Insel flüchten.
Ausgerechnet Cassidy Somers, der blonde Star des Schwimmerteams, dessen reicher Vater ihm den Job als Strafe aufgebrummt hat. Es gibt auf dem winzigen Eiland nun praktisch keinen Ort mehr, wo Cassidy nicht gerade auf dem Rasenmäher um die Ecke gekurvt kommt. Dabei hatte Gwen sich doch vorgenommen, ihm den Rest ihres Lebens aus dem Weg zu gehen. Kein Wunder nach dem verhängnisvollen One-Night-Stand im Frühjahr, der sie beschämt und verletzt zurückgelassen hat. Fragt sich bloß, warum er diesen ganzen sonnendurchfluteten Sommer lang ständig in ihrer Nähe auftaucht...

Nachdem ich Mein Sommer nebenan von Fitzpatrick verschlungen habe, musste ich mir Es duftet nach Sommer einfach zulegen. Die Autorin versteht es mit Worten den Sommer einzufangen und einen komplett dorthin zu enführen. Jedenfalls ging es mir beim ersten Buch der Autorin so. Es duftet nach Sommer hat mich da leider etwas enttäuscht.

Bei diesem Buch fing es schon bei den Charakteren an, die mir leider überhaupt nicht sympathisch waren. Fangen wir mit Gwen an, aus deren Sicht wir die Geschichte erfahren:
Sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder, Großvater und Cousin in einem kleinen Häuschen auf einer paradiesischen Insel in Kalifornien, aber leider nicht in der Gegend der Insel, in der sich den Sommer über die Touristen verirren, sondern im Arbeiterviertel. Bei Gwen muss jeder Cent zweimal umgedreht werden und so unterstützt sie auch dieses Jahr ihre Familie, indem sie arbeiten geht. Das klingt alles nach einem lieben Mädchen, das es nicht allzu leicht hat im Leben, aber trotzdem eilt ihr ein schrecklicher Ruf voraus, nämlich der des "leichten Mädchens". Gwen hatte einige One-Night-Stands und wundert sich dann, dass schlecht von ihr gedacht und geredet wird. Das hat mich wohl mit am meisten aufgeregt.
Außerdem versteht man mindestens die halbe Geschichte nicht, warum sie so sauer ist auf Cassidy ist, denn der ist sogar ziemlich nett zu ihr. Hätte man den Vorfall zwischen den beiden an den Anfang des Buches als Prolog gesetzt, hätte man ihre Gefühle und ihr Benehmen viel besser nachvollziehen können.


Weiter geht es mit Cassidy, der die Sache, die zwischen ihm und Gwen vorgefallen ist schon viel früher hätte aus der Welt schaffen können. Sein Verhalten nervte mich teilweise auch sehr. Da hatten sich auf jeden Fall zwei gesucht und gefunden. 
Die einzigen Personen, deren Geschichte mich wirklich berührt hat war die von Nik und Vivien - Gwens Cousin und ihrer besten Freundin. Die beiden sind seit Kindesbeinen ein Paar und stehen plötzlich vor den ersten entscheidenden Fragen des Lebens: Was wollen sie nach der Schule? Wo wollen sie hin? Auf der Insel bleiben oder sie verlassen? Und können sie das mit ihrer Beziehung vereinbaren?
Deren Liebesgeschichte war also um einiges spannender, obwohl auch die beiden nicht meine Lieblingscharaktere werden.

Von der im Klappentext erwähnten alten Dame hatte ich auch mehr erwartet. Gwen hat über den Sommer einen Job als Betreuerin bei ihr angenommen und erlebt so einiges mit ihr, doch die Rolle der alten Dame kam mir dennoch zu kurz. Dafür kamen dann Gwens Seitensprünge mehr zu Sprache.
Der Klappentext hat also nicht das gehalten, was er versprochen hat.
Der Zauber des Sommer kam bei mir überhaupt nicht an, obwohl wir uns auf einer Insel befunden haben, die in Kalifornien liegt und die Geschichte doch so viel hergegeben hätte.
Ich bin also ziemlich enttäuscht, würde mir aber schon allein wegen dem Schreibstil der Autorin wieder eines ihrer Bücher kaufen. Hoffentlich werden die nächsten besser.



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