Freya rannte.

Die Sommerferien beginnen nicht unbedingt vielversprechend für die sechzehnjährige Jess: Statt den Sommer in London zu verbringen, schleppt ihre Mutter sie in den kleinen, idyllischen Küstenort, aus dem sie stammt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, reagieren die Leute in Port Sentinel äußerst seltsam auf Jess. Wo sie geht und steht – jeder starrt sie an, als hätte er gerade einen Geist gesehen. Und irgendwie haben sie das auch, denn Jess sieht ihrer vor Kurzem verstorbenen Cousine Freya zum Verwechseln ähnlich. Sie beschließt, mehr über ihre Cousine herauszufinden, und stößt auf ein lebensgefährliches Geheimnis.

 Sommer am Abgrund war eines meiner Must-Haves für den Juni, denn der Klappentext war sehr vielversprechend. Sommer, ein totes Mädchen und Geheimnisse. Eigentlich ein super Rezept für eine spannende Geschichte. Doch leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Angefangen hat es schon mit Jess, die mir nicht wirklich sympathisch war, aber es war auch nicht so, dass ich sie nicht leiden konnte. Sie war halt nichts Besonderes und ein sehr blasser Charakter, was ziemlich schade ist, da es sich bei ihr um die Protagonistin handelt. Sie sieht ihrer verstorbenen Cousine Freya zum verwechseln ähnlich. Die beiden haben sich in ihrem Leben noch nie gesehen, was sehr zuträglich für die Geschichte war, da wir Freya so auch erst durch Jess' Augen kennen lernten und uns so eine unvoreingenomme Meinung bilden konnten.

Freya war im Gegensatz zu Jess viel interessanter. Nur leider ist die schon tot und man lernt sie nur durch die Erzählungen anderer kennen, aber ich konnte mich mit Freya viel besser identifizieren.
Die anderen Charaktere wie zum Beispiel Darcy (Freyas beste Freundin) oder Natasha (Freyas Erzfeindin) waren eher blass gestaltet. Außerdem verhielten sich manche Leute völlig übertrieben. Natasha war immer sehr emotional und aggressiv und war damit immer viel zu übertrieben dargestellt und Jess' Mutter war im Gegenzug überhaupt nicht emotional existent. Sie schien sich kein bisschen für ihre Tochter zu interessieren und wollte ihrer Tochter auch nie etwas über ihre Vergangenheit erzählen. Teilweise war es also wirklich nicht nachvollziehbar und daher nicht glaubwürdig.

Dieses "lebensgefährliche Geheimnis", das im Klappentext erwähnt wird fand ich nicht allzu lebensgefährlich und ich war auch nicht wirklich überrascht am Ende, als alles rauskam. Ich habe zwar nicht damit gerechnet, denn die Geschichte ist nicht vorhersehbar, aber die Wendung war einfach nicht spannend. Es gab eben nicht dieses Feuerwerk, das man aus so vielen Büchern kennt, wenn der Spannungsbogen seinen Höhepunkt erreicht hat.

Der Schreibstil der Autorin ließ sich gut lesen. Er war nicht schwierig und auch nicht zu einfach, trotzdem gab es irgendwie keine einzige Stelle im Buch, die mir besonders gut gefallen hat, was wirklich sehr selten vorkommt.

Der zweite Teil der Reihe kommt im November raus mit dem Titel Sturz ins Bodenlose, aber ich werde diesen wohl nicht lesen, weil mich der erste Teil wirklich nicht gepackt hat.


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