"Weißt du, was der Name Astrid bedeutet?" Schon wieder wechselte er das Thema und ich kam einfach nicht mehr mit. 
"Nein."
"Er bedeutet 'Stern'. Das fällt mir immer zu dir ein, Abbey. Eines Tages habe ich nach oben geschaut und da warst du. Ein gleißendes Licht, umgeben von Dunkelheit. Du gibst mir das Gefühl, dass alles möglich ist."
[S. 171]

Es hieß, sie hätte Selbstmord begangen.

Abbeys beste Freundin Kristenist verschwunden. Alle Bewohner von Sleepy Hollow glauben, dass das Mädchen tot ist. Sogar Gerüchte über Selbstmord halten sich hartnäckig. Dann taucht plötzlich Caspian auf - ein umwerfender, rätselhafter Junger, der immer dort aufkreuzt, wo auch Abbey ist. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebe, die Abbey ihren Schmerz vergessen lässt. Doch schließlich stößt sie im Tagebuch ihrer Freundin auf ein dunkles Geheimnis - und muss bald erfahren, dass auch Caspian nicht der ist, der er zu sein scheint.

Dieses Buch hat schon länger sein Dasein auf meinem SuB gefristet und wurde nun endlich davon erlöst! Der Klappentext hat mich seit langem wieder angezogen und ich wollte einfach wissen, wieso Kristen verschwunden ist und was es mit ihrem Tagebuch auf sich hat. Leider hält die kleine Vorschau nicht das was sie verspricht.

Die gesamte Geschichte erfahren wir aus Abbeys Sicht, Kristens besten Freundin. Seit dem Verschwinden ihrer Freundin hat sie niemanden mehr und führt ein sehr einsames Leben. Vor allem in der Schule wird sie von ihren Mitschülern geärgert, die sich darin messen wer die meisten Tränen um Kristen vergießt, obwohl sie sie gar nicht richtig kannten und hinter ihrem Rücken schlecht über sie reden. Trotzdem haben sich ihre Mitschüler meist ziemlich unrealistisch verhalten. Niemand stellt sich schluchzend vor die ganze Schule, um über ein Mädchen zu reden, das man überhaupt nicht kannte, nur um im Mittelpunkt zu stehen. Das nimmt doch niemand ernst. Außerdem versuchen sie Abbey Dates zu organisieren, was ziemlich widersprüchlich zu dem sonst sehr miesen Verhalten ihr gegenüber ist, da sie es so darstellen, als ob sie ein Interesse daran hätten, dass es Abbey bald besser geht. Das war also ziemlich unglaubwürdig.

Abbey hingegen war ganz sympathisch. Sie hat ein ungewöhnliches Hobbey: Anmischen von Parfüm. Das war ziemlich interessant und ließ sie zwischen anderen Charakteren herausstechen. Allerdings verhielt sie sich immer merkwürdig ihren Eltern gegenüber. Sie hatte einen richtigen Befehlston am Leib. Außerdem verhielt sie sich so, als würde sie ihre Eltern für dämlich halten. Absolut nicht okay und ein absoluter Minuspunkt!



Ihre Eltern hingegen waren mehr als komisch. Vor allem ihre Mutter hat sich immer ein wenig daneben benommen. Sie wollte sich Abbey auf eine Art immer so hinformen wie es ihr am besten gepasst hat und andererseits sollte Abbey dann wieder die selbstbestimmte Tochter sein, die schon selbst zurecht kommen wird. 
Und auch ihr Vater war merkwürdig. Sie sollte sich einen ganzen Tag in der Schule krankschreiben lassen, damit er mit ihr bowlen gehen konnte und ein wenig über ihre Zukunft sprechen. 

Die Story zog sich teilweise auch sehr in die Länge, da Abbey einfach nicht wusste, was das jetzt zwischen ihr und Caspian war. Diese Liebesgeschichte hat mich überhaupt nicht berührt. Die beiden trafen sich eben ein paar Mal und sprachen miteinander, aber man konnte da nicht von großen Gefühlen sprechen.

Viel mehr hatte mich Kristens Geheimnis interessiert und ihr Tagebuch. Das wurde jedoch nur auf wenigen Seiten erwähnt und machte keinen großen Teil der Geschichte aus. Überhaupt macht sich Abbey nicht so viele Gedanken über ihre Freundin und was ihr zugestoßen sein könnte. Caspian ist ja interessanter. 

Was die gesamte Geschichte gerettet hat war, dass sie auf Die Legende von Sleepy Hollow von Washington Irving gestützt wurde, was am Ende auch die Spannung auslöste, weil endlich mal etwas zu passieren schien. Jedem Kapitel wurde auch immer ein kleiner Auszug aus der Kurzgeschichte von Irving vorangestellt, aber es hat nicht wirklich immer gepasst.

Das Ende war dann doch etwas überraschend, da Abbey nicht so reagierte wie wir es aus vielen Büchern kennt. Dadurch bleibt natürlich Stoff für einen zweiten Teil, der auch schon erschienen ist. Ich weiß aber noch nicht, ob ich ihn lesen werde.
Alles in einem war es ein durchschnittlicher Roman, der so viel Potenzial hatte, es aber ungenutzt ließ.


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