"Verzeihen Sie mir, es tut mir leid. Ich möchte einfach viel wissen, das ist der Punkt. Sie sind eine interessante Dame, und deshalb möchte ich mehr über Sie erfahren. Traurigkeit macht Menschen aus uns, verstehen Sie? Menschen mit Herzen, die in ihrer Brust schlagen, und Seelen, die Träume haben, wissen Sie."
[S. 93]

Meine liebe Dorothea,
zu Zeiten des Krieges geraten Menschen bisweilen in einen Zustand der Verzweiflung.

Roberta liebt Bücher. Sie liebt es, in alten Ausgaben zu stöbern und dabei unerwartete Entdeckungen zu machen: Briefe, Notizen oder Postkarten, die die Vorbesitzer zwischen den Seiten vergessen haben. Als sie in einem alten Koffer ihrer Großmutter einen wahren Bücherschatz findet, stößt sie auf einen Liebesbrief, der all ihre bisherigen Fundstücke in den Schatten stellt. Es ist ein Brief ihres im Krieg gefallenen Großvaters - doch datiert ist er aus einer Zeit, als dieser schon längst hätte tot sein müssen. Roberta ahnt, dass ihre geliebte Großmutter etwas Ungeheuerliches vor der Familie verborgen hat. Sie begibt sich auf die Spur eines Geheimnisses, dessen Wurzeln in die Vierzigerjahre zurückreichen - auf eine entlegene Farm, wo eine junge Frau in den Wirren des Krieges eine folgenschwere Entscheidung trifft ... 

Als ich den Rückentext das erste Mal gelesen hatte waren meine Erwartungen an das Buch ziemlich hoch. Die wenigen Zeilen versprachen für mich Geheimnisse, die durch Roberta gelüftet werden und eine Reise in die Vergangenheit einer Familie. Doch so wie ich es mir vorgestellt hatte wurde es dann leider nicht.

Die Geschichte beginnt mit dem Brief, den Roberta im Koffer ihrer Großmutter findet. Danach geht die Geschichte aus Robertas Sicht weiter, doch plötzlich ändert sich nicht nur die Schriftart, sondern auch die Protagonistin und das Jahrhundert!

Mit einem Mal sind wir an der Seite von Dorothy - später Dorothea genannt - und erleben so die Geschichte von Robertas Großmutter hautnah! Eigentlich hatte ich gedacht, uns würde eine Story erwarten, in der wir alles mit Roberta zusammen herausfinden, aber wir wissen immer mehr als sie.
Die Teile der Geschichte, die von Dorothy erzählt werden machen mehr als die Hälfte  aus und sind sehr interessant. Von ihr erfahren wir alles was vor dem mysteriösen Brief geschah: Wie sehr sie sich ein Baby wünschte. Wie sie sich in Robertas Großvater verliebte. Wie sie zu einer selbstbestimmten Frau wurde und alles für ihren Traum tat.


Robertas Parts waren dagegen ziemlich langweilig. Sie entfernten sich immer mehr von dem Brief und was es damit auf sich hat. Somit entfernen sich auch Robertas und Dorothys Geschichten immer weiter von einander.
Die erwähnte "Spur", die Roberta aufnehmen soll gibt es meiner Meinung nach nicht. Alles was sie neues über ihre Großmutter erfährt kommt von deren Pflegerin. Ich war von Robertas Rolle also ziemlich enttäuscht.

Dorothy hingegen ist eine tolle Frau, deren Geschichte ich mit Spannung verfolgt habe. Deswegen gebe ich dem Buch noch drei Blumen, obwohl man im Rückentext ein wenig angeflunkert wird. 
Der Titel passt außerdem sehr zum Ausgang der Geschichte, bei der man das eine oder andere Tränchen nicht verdrücken kann, weil es wirklich Dem Glück so nah ist.

Ansonsten ist Dem Glück so nah eine schöne Liebesgeschichte vor einem grausigen Hintergrund, die einen in ihren Bann zieht, weil man unbedingt wissen will, wie diese Liebe zu diesem doch sehr traurigen Brief führen kann, der am Anfang des Buches steht. 
Spannung ist also auf jeden Fall garantiert.


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