Meine lieben Büchernasen, Bookaholics und Buchblogger,


ich weiß nicht, ob ich die einzige bin, die so fühlt oder der es in letzter Zeit aufgefallen ist, deshalb möchte ich gleich zu Anfang noch mal sagen, dass dies hier ganz allein meine Meinung ist und ich auch jede Art von Kommentar dazu respektiere, solange er gewisse Regeln der Höflichkeit einhällt (aber da mache ich mir bei euch keine Sorgen).

Vor fast zwei Jahren habe ich mir mit dem Bloggen hier einen Traum erfüllt und die ganze Sache sehr entspannt gesehen. Ich habe gelesen wie ich Zeit fand und mit Begeisterung Rezensionen geschrieben. Je mehr andere Buchblogs ich aber las, desto mehr setzte ich mich selbst unter Druck.

"Oh, der hat diesen Monat 7 Bücher gelesen! Oh, und der sogar 12! Meine Güte! Der hat sich mit 18 sogar selbst übertroffen!"

Ich fing an, immer weniger dicke Bücher zu lesen, um auch mal so viele Bücher zu schaffen, denn mittlerweile gehört es fast schon zum Buchbloggersein dazu, dass man wohl 10 Bücher im Monat schafft. Ich selbst bin froh, wenn ich 4 oder 5 schaffe, da ich nebenbei arbeiten gehe und gerade kurz vor dem Ende meiner Ausbildung stehe. Ich fing also an, mich kaum noch an dicke Wälzer zu trauen, weil ich Angst hatte, mein schon kleines Monatspensum nicht mehr einhalten zu können. 
"Auf diesem Blog ist das Buch sogar schon vor Erscheinungsdatum rezensiert worden oder ganz knapp danach! So akutell wäre ich auch gern."

 Der nächste Punkt mit dem ich mich ziemlich unter Druck gesetzt habe ist, dass ich immer aktuell sein möchte. Das ist ja auch nichts schlimmes, denn man möchte die Buchbegeisterten schließlich auf dem Laufenden halten und immer das Neuste für sie parat haben. Das führte dazu, dass ich die älteren Bücher auf meinem SuB immer mehr anfing zu vernachlässigen, da die neuen (meist die Neuerscheinungen des Monats) sofort gelesen wurden, um sie zu rezensieren und damit auch aktuell zu sein. 

"Fast jeden Tag eine neue Rezension oder zumindest ein neuer Post. Das nenne ich unterhaltsam und lesenswert."

Der Horror eines jeden Bloggers ist wohl die tote Hose auf dem eigenen Blog. Man möchte seine Leser unterhalten und ihnen so oft es geht neues liefern, damit sie gerne weiterlesen und damit man natürlich nicht vergessen wird. Manche Blogs schaffen es tatsächlich jeden Tag eine neue Rezension online gehen zu lassen, was mich teilweise wirklich eingeschüchtert hat. Bin ich jetzt kein Bookaholic nur weil ich nicht jeden Tag ein Buch lese?  

Genug gemeckert, jetzt wird daraus gelernt:

Ab sofort möchte ich mich nicht mehr hetzen lassen von irgendwelchen Challenges, Monatsrückblicken oder Postfluten. Ich möchte mich wieder mehr auf das Lesen selbst konzentrieren und meine Bücher genießen. Das ist mir vor allem bei meinem derzeitigen Buch Sommer im Herzen aufgefallen. Ich wünschte, dieser Roman würde nie zu Ende gehen und ich las teilweise extra langsam, um mehr davon zu haben und es richtig zu genießen. Für die Monatsstatistik eigentlich undenkbar. Ich möchte mich also endlich auch wieder an dickere Bücher herantrauen.

Wenn ich an Challenges teilnehme, dann nicht mehr mit dem Druck, sie unbedingt als erstes oder bestes abzuschließen, sondern, um sie als Inspiration zu sehen und neue Bücher zu entdecken. 
Ich möchte auf meinem Blog nicht mehr nur rezensionsorientiert schreiben, sondern auch andere Posts über Bücher und die Welt um sie herum verfassen. 

Ich bin also ab sofort eindeutig aus diesem Wettbewerb raus und hoffe, dass ihr mir trotzdem treu bleibt, auch wenn es mal nur drei Rezensionen im Monat werden, aber dafür welche mit Herz und Begeisterung.

Was denkt ihr darüber?
Ist das nur mir aufgefallen?

Und meine Frage an die Buchblogger unter euch: Geht es euch manchmal auch so?

13 buchtastische Nachrichten

  1. Ein sehr schöner Beitrag, der für Blog-Anfänger Pflichtlektüre sein sollte. Viele Blogger kommen an den von dir beschriebenen Punkt, aber nur wenige schaffen es sich diesem - wie du es richtig nennst - Wettbewerb zu entziehen. Aber wenn man es schafft, macht Bloggen plötzlich wieder richtig viel Spaß. Zumindest war es bei mir so. Und dir wünsche ich das auch.

    Liebe Grüße vom ungestressten Langsamleser
    Michael

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    1. Hallo Michael,

      vielen Dank für deinen Kommentar! :)
      Seit ich diesen Beitrag geschrieben habe, gehe ich richtig entspannt ans Lesen. Es kommt mir so vor, als hätte ich mir diesen ganzen Stress mal von der Seele geschrieben und ihn in diesen Beitrag gebannt. :)

      Liebste Grüße
      Elli

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  2. Wie Michael schon geschrieben hat, kommt jeder Blogger mal an diese Stelle und ich finds toll, dass du für dich selbst diese Grenze erkannt und auch ziehen möchtest. So soll es sein!
    Da ich mich zufällig angesprochen gefühlt hab bzgl. 10 gelesenen Büchern in einem Monat, ist das für Leser meines Blogs bestimmt erstaunlich, aber ganz direkt gesagt auch die Ausnahme. Mal gibt es mehr Blogphasen, mal mehr Lesephasen und wenn man seinen persönlichen Rhythmus dann gefunden hat, ist das doch das Schönste.
    Mach dein Ding und du wirst sehen, dass deine treuen Leser sehr tolerant sind, wenn auch eine zeitlang mal nichts von dir gebloggt wird.
    Qualität vor Quantität :)
    LG, Bröselchen ^_^

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    1. Hallöchen Bröselchen :)

      Ich hoffe, dass ich auch bald diesen Rhythmus für mich finden werde und dann wieder entspannt bloggen und lesen kann.

      Liebste Grüße
      Elli

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  3. Ich kann dir nur zustimmen. Ich blogge jetzt fast 1 Jahr am Anfang immer nur mit gewissen Abständen und ohne Druck. Doch je mehr Blogger ich kennenlernte desto mehr war ich erstaunt wieviel sie so schaffen. Und dann sagte mein Mann zu mir einen entscheidenden Satz "Zu Beginn hieß es bei die immer 'Ich möchte heute Abend lesen' und jetzt nur noch 'Ich MUSS lesen sonst schaff ichs nicht.' Das artet bei dir eher in einen Zweitjob aus als ein Hobby zu sein"
    Also zog ich für mich die Reißleine pausierte einen Monat und mache jetzt auch wieder Filmabende. Ich gehe entspannt ran und hoffe meine Leser verstehen das ich sie nicht jeden Tag mit einem anderen Buch bombardiere.

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    1. Hallo Bonnie :)

      Solche Situationen tauchten bei mir in letzter Zeit auch immer mehr auf. Mein Freund bekam teilweise schon selbst ein schlechtes Gewissen, weil ich wegen ihm nicht zum lesen kam. Aber das muss jetzt echt ein Ende haben und das wird es auch.
      Ab sofort wird nur noch nach meinem eigenen Tempo gelesen und das ohne Druck.

      Liebste Grüße
      Elli

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  4. Hallo,
    Sehr schöner Beitrag!
    Ich lass mich von solchen Wettbewerben mittlerweile auch nicht mehr stressen, auch wenn es dann vielleicht nur mal eine Rezension pro Monat wird. Hauptsache, ich behalte mir den Spaß am Lesen - und bloggen - bei. Zu einem Zweitjob soll das nicht werden.

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Hallo Sarah :)
      Dankeschön! Einen Zweitjob kann ich auch echt nicht gebrauchen und teilweise habe ich wirklich nur noch für den Blog gelesen und das möchte ich nicht mehr :)

      Liebste Grüße
      Eli

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  5. Huhu! :)

    Ein toller Beitrag! Ich denke auch, dass man sich als Blogger heute ganz schnell zu viel Stress macht. Ich war selbst schon mitten drin und habe andere Hobbies und Freunde vernachlässigt. Das passiert mir aber sicher nicht nochmal, denn schließlich soll Bloggen und Lesen ja Spaß machen und nicht zu einem zweiten Job werden. Ich finde es toll, dass du darauf hinweist und hier auch so viele mitdiskutieren! :) Bewahren wir uns also das etwas "gechilltere" Bloggen. ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hallöchen :)
      Dankeschön, Nina. Das sehe ich ganz genauso. Lesen soll schließlich kein Job werden :)

      Liebste Grüße
      Elli

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  6. Ich muss zugeben, einen wirklichen "Wettbewerbsdruck" empfinde ich nicht, aber mit der Zeit habe ich schon festgestellt, dass ich mich mehr auf das Lesen konzentrieren will. als auf das unbedinte Posten von Rezensionen! Allerdings ist es nunmal auch so, wenn man es aus der Sicht eines Bloglesers sieht, dass man sich deutlich eher zu Blogs hingezogen fühlt, die tatsächlich eine gewisse Regelmäßigkeit aufweisen, was das posten betrifft.

    Allerdings finde ich sollte man sich, wie du schreibst, eben nicht dadurch unter Druck setzen, sondern überlegen, wie man das gelungen umsetzen kann, ohne das Gefühl zu haben, dass man entweder das Lesen oder die anderen Hobbys vernachlässigt. :) Das geht dann eben ganz kurz durch Posts, die vielleicht andere Themen aufweisen und nicht unbedingt ein gelesenes Buch und viel Zeit fordern. Aber ich denke, die "Art" wie man bloggt, muss jeder Blogger doch für sich alleine finden. :)

    Liebe Grüße,
    Karin

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    1. Hallo Karin :)
      So geht es mir als Leser natürlich auch. Ich möchte schon Blogs lesen, wo ich mir sicher sein kann, dass sie auch mal immer wieder neue Sachen bringen.
      Aber als Blogger selbst muss ich da noch meinen Rythmus finden und mir - wie du schon sagtest - auch andere Posts einfallen lassen, die nicht unbedingt Rezensionen beinhalten. So poste ich und setze mich nicht mit dem Lesen unter Druck. :)

      Liebste Grüße
      Elli

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  7. Ich finde es wichtig und gut, dass du den Druck erkannt hast und die Reißleine ziehst. Bloggen und Lesen soll ja Spaß machen und nicht zu einem Zweitjob ausarten. Und man MUSS auch immer Zeit für anderes haben, denn Freunde und Familie sind so ziemlich das Wichtigste im Leben.

    Abwechslung macht einen Blog, wie ich finde, noch lesenswerter... also nur Rezensionen finde ich, wenn es zu viele auf einmal sind auch wieder nicht so toll.

    Man muss die Balance finden.

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Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥