"Wie ich schon sagte, Kenzie. Alles hat ein Ende. Ich habe keine Angst zu sterben [...] Ich hoffe nur, ich bin clever genug, tot zu bleiben."
[S. 405]

Die Narrows erinnern mich an heiße Augustnächte im Süden.

Wenn ein Mensch stirbt, wird seine Lebensgeschichte in einer Art Bibliothek abgelegt. Manchmal jedoch erwachen die Geschichten und versuchen in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Dann kommt Mac ins Spiel, denn sie ist eine Hüterin und ihre Aufgabe ist es, die entlaufenen Geschichten zurückzubringen. Doch plötzlich häufen sich diese Vorfälle, und die Grenzen zwischen Leben und Tod drohen zu verschwimmen. Mac beschleicht der schreckliche Verdacht, dass jemand die Lebensgeschichten manipuliert. Gemeinsam mit dem Hüter Wes versucht Mac, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Viel zu früh muss MacKenzie Bishop erfahren, was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Ihr kleiner Bruder Ben kam bei einem Unfall ums Leben. Doch MacKenzie hat eine ganz besondere Verbindung zum Tod, denn sie kommt täglich mit den Toten in Berührung. Sie ist eine Wächterin und dafür verantwortlich, sogenannte Chroniken, die aufgewacht sind, einzufangen und zurückzubringen.

Anfänglich kam ich eher schwer in die Geschichte hinein. Der Leser wird nämlich von Anfang an in die Erzählung geworfen und überflutet mit Informationen. Vor allem die Welt des Archivs und der Narrows war für mich anfangs erschlagend und ich brauchte, um mich dort einzufinden. Vor allem verwirrte es mich woher nun die Chroniken kamen und wie sie dann plötzlich in die Narrows eindringen konnten.

Nachdem ich jedoch die Einstiegsschwierigkeiten überwunden hatte freundete ich mich immer mehr mit der Geschichte an, denn die Handlung fand ich sehr interessant. Die Idee, dass Kenzie über jeden Gegenstand Erinnerungen abrufen kann und versucht merkwürdige Vorkommnisse in ihrem Wohnhaus mit Hilfe ihrer Fähigkeiten aufzuklären fand ich spannend. Es gab keine langatmigen Szenen, sondern immer wieder neue Ereignisse über die man zu grübeln hatte.

Zum Ende hin spitzte sich dann wie üblich alles zu, doch die Aufklärung all dieser mysteriösen Vorfälle, denen Mac auf der Spur war, kam mir dann doch ein bisschen zu schnell und zu plump. 400 Seiten versucht sie dieses Rätsel zu lösen und auf 10 Seiten wird es dann abgehandelt. Das fand ich enttäuschend.

MacKenzie als Person fand ich zeitweise auch ziemlich schwierig. Sie verurteilt ihre Eltern meiner Meinung nach viel zu sehr dafür, dass sie sich ein Leben nach Bens Tod aufbauen wollen und einfach versuchen weiterzumachen, während sie sich an die Vergangenheit klammert. Dabei müsste gerade sie wissen, wie wichtig ist es, der Vergangenheit keinen zu großen Platz in ihrem Leben zu geben.
Ihr Freund Wes war mir da schon sympathischer. Er ging viel lockerer mit dem Wächter-Dasein um und holte Mac immer mal wieder auf den Boden.

Mein Fazit ist also, dass Das Mädchen, das Geschichten fängt ein unterhaltsames Buch ist, das sich gut lesen lässt. Es schlummert ein wenig ungenutztes Potenzial in ihm und auch ein zweiter Teil wäre von der Masse an Informationen und Handlung möglich gewesen.
Was mir jedoch auch sehr positiv auffiel waren das Cover und die Innengestaltung des Buches. Wer also eine fesselnde Geschichte für zwischendurch sucht ist bei diesem Buch genau richtig!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥