Zwischen den beiden wird eine Geschichte laufen. Auf jeden Fall. Die Chemie stimmt einfach, das lässt sich nicht leugnen. Ihnen selbst ist es nicht mal bewusst.
[S. 36]



"Ich besorge uns falsche Ausweise", verkünde ich Lea, als wir an unserem ersten College-Tag über den Campus gehen.

Lea und Gabe wären das perfekte Paar. Das erkennen alle um sie herum: der beste Freund, die Mitbewohnerin, ja sogar der Busfahrer und die Starbucks-Bedienung. Sie haben denselben College-Kurs belegt, sie bestellen das gleiche Essen, sie mögen dieselben Filme. Aber obwohl die Luft zwischen ihnen knistert und alle Vorzeichen stimmen, scheinen sie den richtigen Augenblick immer zu verpassen. Werden Lea und Gabe es schaffen, trotzdem zueinanderzufinden?

Das erste was mich an diesem Buch angezogen hat war das Cover. Es ist so wunderschön mit seinen Details, von denen ich im Nachhinein weiß, dass sie zur Geschichte passen. Der zweite Punkt, womit mich das Buch neugierig gemacht hat sind die 14 Erzähler, aus deren Sicht wir die Geschichte erfahren. Und zwei solch guten Gründe reichen vollkommen, um mit einigen Erwartungen an diese Geschichte heranzugehen.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Lea und Gabe - zwei Studenten, die sich vom ersten Augenblick an ineinander verguckt haben, aber sie sind einfach zu schüchtern. Eigentlich nichts Neues, aber diese Liebesgeschichte erleben wir aus 14 unterschiedlichen Perspektiven und keine davon ist von Lea oder Gabe.

Zu den Erzählern gehören unter anderem Maribel (Leas Mitbewohnerin), Sam (Gabes Bruder) oder Charlotte (Barista bei Starbucks). Doch nicht nur Menschen kommen zu Wort, sondern auch ein Eichhörnchen und eine Bank (!) erzählen ihre Sicht der Dinge.
Die Perspektiven sind also wirklich außergewöhnlich und ich mochte diese Art des Erzählens sehr gern, aber in einer Liebesgeschichte geht es nunmal um Gefühle und ohne mal etwas näher in die Gefühlswelt der beiden Liebenden einzutauchen fiel es mir schwer, die beiden zu verstehen. Deshalb haben mich Lea und Gabe mich manchmal so genervt und ich konnte Victor (Teilnehmer im Seminar Kreatives Schreiben), den sie öfter zur Weißglut gebracht haben, sehr gut verstehen.



Dadurch, dass die beiden von sich aus nie zu Wort kamen fehlte mir auch ein wenig der Tiefgang. Trotzdem war die Geschichte durch die kurzen Kapitel angenehm zu lesen und durch die häufigen Perspektivenwechsel wurde es nie langweilig. Die eigentliche Handlung hat mich jedoch nicht so mitgerissen, da nicht allzu viel passiert ist. Die beiden haben sich immer umgarnt und sich dann doch nicht getraut. Da hätte ich mehr erwartet.
Dennoch hat das Buch mich mit der originellen Idee der vielen Erzähler überzeugen und sehr gut unterhalten können. Daher gebe ich der Geschichte vier Blumen und ziehe nur eine ab, da mir Lea und Gabes Gefühle manchmal nicht verständlich genug waren. 




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für jede buchtastische Nachricht! ♥